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Die Eroberung Sibiriens (2/4)

Zwischen Transsib und Revolution
Dienstag, 13.12.2016 10:50 Uhr
HR
Dienstag
13.12.2016
10:50 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Transsibirische Eisenbahn: Die Transsibirische Eisenbahn wird gebaut und 1898 fährt schliesslich der erste Zug. Es ist eine erfolgreiche Zeit für Sibirien, denn der Handel blüht - vor allem der Handel mit Butter. Die sibirische Butter bringt dem Land mehr ein als die Goldminen. Kohle, Erze und Holz werden massenhaft verkauft. Russland gewinnt dadurch an eine Vormachtstellung am Pazifik. Das will Japan nicht dulden.
Zwischen Zarentum und Moderne: Auf der einen Seite die 250-köpfige Räuberbande Anaschwili, auf der anderen Seite die Geschichte der reichen Familie Kuchtjerin: Sibirien ist ein Land der Extreme. Dem jungen Kuchtjerin zum Beispiel verdankt Sibirien einen kurzen Moment des Ruhmes. Er schenkte einer Gruppe Studenten das Geld für ein Flugzeug. Sie flogen damit als erste über die Taiga.
Revolution und Krieg: In Russland bricht die Revolution aus. Das ganze Land spaltet sich: Die eine Seite fordert die Abschaffung des Zarentums, die andere Seite will die Monarchie beibehalten. Russland ist außer Kontrolle, Millionen verlassen das Land. Sibirien versinkt im politischen Chaos. Denn es gibt allein dort mehr als 18 verschiedene Regierungen.
Das Ende des Zarentums: Im Frühjahr 1918 fallen die Briten, Franzosen und die Japaner in Russland ein. Der offizielle Grund: Sie wollen die Demokratie wiederherstellen. Eigentlich geht es aber um wirtschaftliche Interessen. Gleichzeitig endet das Zarentum in Russland, die Zarenfamilie wird von den Gegnern der Monarchie schließlich verhaftet und nach Sibirien gebracht.
Lenin an der Macht: Das Problemkind Sibirien: Japans will dort unbedingt an die Macht. Lenin gründet die "Fernöstliche Republik" als Kompromiss. Gleichzeitig gründet er eine Volksarmee, die die verlorenen Gebiete Sibiriens zurückerobert. Japan gibt schliesslich auf. Das Land allerdings ist gebeutelt von den Kämpfen. Die Bauern hungern, werden zu Banditen um an Essen zu kommen.
Neue Politik - neue Gesellschaft? Lenin führt ein neues Steuersystem ein - die NÖP (Neue ökonomische Politik) soll den Bauern mehr Freiheiten geben, bedeutet aber gleichzeitig auch eine große Steuererhöhung. Langsam erholt sich das Land vom Bürgerkrieg. Am 21. Januar 1924 wird Lenin beerdigt und Stalin wird sein Nachfolger.
Ende des 16. Jahrhunderts zog eine kleine Kosakentruppe über den Ural Richtung Osten. Damit begann eine der bedeutendsten und spannendsten Eroberungen der Geschichte. Während im Westen der amerikanische Kontinent entdeckt wurde, zogen im Osten russische Kosaken, Händler und Bauern über 10.000 Kilometer bis zum Pazifik und besiedelten das Land. Die Eroberung Sibiriens ist eine spannende Abenteuergeschichte. Wie der amerikanische 'wilde Westen', so ist auch der russische 'wilde Osten' eine Geschichte von Abenteurern und Geschäftsleuten, Jägern und Banditen, Expeditionen und Völkern; von politischer Verbannung und Gulag; von gigantischen Wirtschaftsunternehmungen, von Reichtum und Not. Doch Amerika hatte seine Filmfabrik Hollywood, die wahre aber auch viele falsche Geschichten über das Land, seine Menschen und seine Eroberung erzählte. Sibirien blieb das kalte Land im Osten, das Abenteuer seiner Eroberung blieb weitgehend unbekannt.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 13.12.2016 um 10:50 Uhr auf HR.

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