Ohne eine hoch effiziente Logistik wäre die Welt von heute kaum denkbar. Vom Supermarkt bis zum Autobauer, von der Großindustrie bis zum Privatverbraucher - wir alle sind darauf angewiesen, dass die richtige Ware zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Die deutsche Logistik nimmt hierbei im internationalen Vergleich eine führende Rolle ein. Rund drei Millionen Beschäftigte machen hierzulande in den unterschiedlichsten Bereichen den Fluss von Warenströmen und immer weitere Effizienzsteigerungen möglich. Die abgegriffene Floskel "höher, schneller, weiter" scheint nirgendwo so aktuell wie in der Logistik.
Die PHOENIX-Themensendung "Faszination Logistik" wirft einen Blick hinter die Kulissen der bedeutendsten Verkehrsträger und Logistikzentren Deutschlands: während einer Nacht auf dem größten europäischen "Airhub" des Paketdienstes UPS am Köln/Bonner-Flughafen, auf dem Gelände von Europas größtem Binnenhafen in Duisburg, auf dem Umschlagbahnhof Köln Eifeltor oder im "Innovation Center" der DHL.
Wie hat sich die Logistik in den letzten Jahren entwickelt? Wie funktioniert sie heute? Welche Herausforderungen muss sie annehmen, welche Probleme gilt es zu lösen? Und: Wie sieht die Zukunft in einem Bereich aus, der bereits heute an "Science Fiction" erinnert?
Darin die Dokumentation:
* "Arm trotz Arbeit" - Ein Film von Thomas Karp
Wie kommen Menschen damit klar, wenn sie täglich acht Stunden arbeiten und dennoch auf Hilfe angewiesen sind? Autor Thomas Karp ist der Frage nachgegangen. In seiner Reportage "Arm trotz Arbeit" stellt er Menschen vor, die nicht aufgeben wollen und hoffen, dass die Politik eine Lösung finden wird und dafür sorgt, dass Geringverdiener von ihrem Lohn leben können - ohne staatliche Unterstützung.
Marion Renkel ist mit Leib und Seele Friseurin. Seit 32 Jahren arbeitet sie in ihrem Beruf, aber die Zeiten, in denen sie allein von ihrem Einkommen leben kann, sind vorbei. Trotz Fulltimejob und Sechstagewoche verdient sie kaum 1000 Euro im Monat.
Auch Gebäudereiniger Markus Boerhanudin vom Hamburger Flughafen liegt mit seinem Lohn unter dem Hartz-IV-Satz. Mit Überstunden verdient der Familienvater 1100 Euro netto im Monat. Zu wenig für Wohnung und Lebensunterhalt. Nur mit staatlicher Unterstützung kommt die dreiköpfige Familie über die Runden. Dennoch ist der gelernte Glaser froh, dass er diesen Job gefunden hat. Bei einer Zeitarbeitsfirma verdiente er vorher deutlich weniger. "Von der boomenden Wirtschaft ist bei uns unten nichts angekommen", meint Markus Boerhanudin. Die Statistik gibt ihm Recht. Die Gehälter im Niedriglohnsektor sind in den vergangen zehn Jahren um mehr als 20 Prozent gesunken. Die Folge: Immer mehr Menschen müssen Hartz-IV beantragen, um ihr Gehalt aufzustocken.
Doch häufig ist die Scham, trotz Arbeit auf Hilfe angewiesen zu sein, so groß, dass Arbeitnehmer wie Michael Siewert aus Stralsund auf den Zuschuss vom Jobcenter verzichten. "Bloß nicht dem Staat auf der Tasche liegen", meint der Bäcker. Nach 14 Berufsjahren zahlt ihm sein Arbeitgeber nur knapp mehr als fünf Euro pro Stunde. Weil er sich von seinem Lohn keine eigene Wohnung leisten kann, lebt der 31-Jährige immer noch bei seinen Eltern. Eine Familie zu gründen, sei für ihn auch nicht drin, klagt Siewert. Das scheitert am Gehalt und an den Arbeitszeiten.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 29.11.2016 um 12:45 Uhr auf Phoenix.