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Zu Gast in den adligen Landvillen der Toskana (2/5)

Die Medici Villen - Thema: Italien
Sonntag, 11.12.2016 10:35 Uhr
arte
Sonntag
11.12.2016
10:35 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Es gibt mehr als 20 Medici-Villen, von denen die meisten in der Umgebung von Florenz liegen, der Stadt, die lange Zeit von den Medici beherrscht wurde. Der Typus der Villa, der im Auftrag der Medici im frühen 15. Jahrhundert entstand, hat sich bis heute als klassischer Baustil erhalten: Ein modernes Landhaus mit Garten, dessen Lage einen weiten Blick auf die Landschaft gestattet; eine Villa, die nicht zum Zweck der Repräsentation oder des Prunks erbaut wurde, sondern ihren hart arbeitenden Besitzern als Ort der Erholung dient. Die "Mutter" all dieser Villen thront wie ein Juwel in den Hügeln von Fiesole oberhalb von Florenz.
Für Lorenzo de’ Medici wird es ein sehr emotionaler Besuch in der einstigen Lieblingsvilla des Familienpatrons. Die Villa Gamberaia wurde wie ein Zwilling auf der anderen Seite von Fiesole errichtet. Ihr Garten ist in seiner Vollkommenheit erhalten geblieben. Heute wird die Villa von der Familie des Barons Zalum bewohnt. Anschließend besucht Lorenzo de Medici die prachtvolle Villa Poggio à Caiano und die Villa La Ferdinanda, von der aus sich die Landschaft ganz wunderbar überblicken lässt. Sie gehörte einst dem Großfürsten Ferdinando I. de’ Medici, von dem man noch heute sagt, dass er erst ein guter Mensch wurde, als er sich nach Übernahme der Macht diese Villa errichten ließ.
Seit über tausend Jahren ist die Toskana Kulturland. Mehr als 200 Jahre lang war sie eine der reichsten und mächtigsten Regionen im damaligen Europa. Diese Blütezeit verdankte sie zum Großteil der Familie der Medici. Die Medici waren Bankiers und Kunstmäzene, die ihr Geld - nachdem sie zu Reichtum gekommen waren - auch in den Bau von Landhäusern und Villen investierten. Das Haus auf dem Land diente als Oase der Ruhe, als ein Ort, um sich von der Hektik der Stadt zu erholen.
Die fünfteilige Dokumentationsreihe "Zu Gast in den adligen Landvillen der Toscana" begleitet Lorenzo de Medici in das Land seiner Vorfahren. Der Schriftsteller und Nachkomme der berühmten Familie ist aufgewachsen am Genfer See und lebt heute bei Barcelona. Er bereiste die ganze Welt und hat in New York, Tokyo und London gelebt, nie aber in Italien. Seine Muttersprache ist Französisch; erst später lernte er Italienisch. So bereist er das Land seiner berühmten Vorfahren als ein Fremder. Dabei öffnet sein berühmter Name Türen zu prächtigen Landvillen und gewährt faszinierende Einblicke in eine sonst verschlossene Welt des reichen, alteingesessenen Adels in der Toskana. Seine Entdeckungsreise erzählt von wunderschön erhaltenen Landsitzen in einer meist beeindruckenden Landschaft, vom alten Adel, der nach wie vor gute Geschäfte macht und seine Heimat leidenschaftlich liebt. Diese stolzen Familien haben Lorenzo de Medici ihre Türen geöffnet und ihn wie einen altbekannten Gast empfangen. So wurde die noble Reise zu den adligen Familiensitzen der Toskana auch zu einer überraschend emotionalen Reise in das Land seiner Vorfahren - wie die eines verlorenen Sohnes, der heimkehrt.
Im Wintermonat Dezember widmet ARTE dem sonnigen Lieblingsland aller Deutschen und Franzosen einen ganzen Tag – mit Spielfilm, Dokumentationen und Konzerten. Am Sonntag, 11. Dezember führt zunächst die Reihe „Italien, meine Liebe“, an den malerischen Küsten des Mittelmeerstaates entlang – von Ligurien, über die Toskana, Kampanien, Apulien bis Venedig und Triest. Auf rund 8.000 Kilometern bietet Italiens Küste nicht allein schöne Badestrände, ihre oft unberührte Natur ist auch eine unerschöpfliche Inspirationsquelle.
Am Nachmittag geht es nach Rom in die Villa Medici. Kein zweiter Ort hat so viele namhafte Künstler beherbergt wie dieses mondäne Gebäude. Zu ihren Gästen gehörten Größen wie Bizet, Ingres, Berlioz, Fragonard und Debussy. In diesem Jahr feiert die französische Künstlerresidenz ihr 350-jähriges Bestehen. ARTE zeigt die Kulturdokumentation „Die Villa Medici – 350 Jahre Akademie de France in Rom“ in einer deutschen Erstausstrahlung.
Von Rom geht es nach Mailand: Auf dem Domplatz der norditalienischen Metropole gibt sich das Orchester der weltberühmten Mailänder Scala die Ehre, zusammen mit der argentinischen Pianistin Martha Argerich, unter Leitung des italienischen Dirigenten Riccardo Chailly. Das „Konzert auf dem Mailänder Domplatz“ ist ebenfalls eine TV-Premiere.
Der Sonntagabend ist einem der bedeutendsten Regisseure des europäischen Kinos gewidmet: Luchino Visconti. In seinem monumentalen Filmkunstwerk „Der Leopard“ von 1962 zeichnet der Sohn eines Grafen ein scharfsichtiges historisches und gesellschaftliches Panoramabild Italiens Mitte des 19. Jahrhunderts, wobei er die Aristokratie von innen zeigt und mit ihr sowohl mitleidlos als auch liebevoll umgeht. Im Anschluss zeigt ARTE als TV-Premiere das Porträt „Luchino Visconti, vom Film besessen“, das sowohl die Herkunft als auch das Leben und Schaffen des Filmemachers beleuchtet.
In einem weiteren Doku-Porträt geht es direkt danach um den „Italiener par excellence – Marcello Mastroianni“, der unter anderem in zwei Filmen Viscontis mitwirkte. Der Rest der Nacht gehört dann wieder der Musik: zunächst dem Pianisten Maurizio Pollini, und später dem Barockkomponisten Antonio Vivaldi und einem für Konzerte eher unbekannten Zupfinstrument: der Mandoline.

Regie: Michael Trabitzsch\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 11.12.2016 um 10:35 Uhr auf arte.

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Alternative Ausstrahlungstermine
13.12.2016 07:45arte11.12.2016 10:35arte