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Zu Gast in den adligen Landvillen der Toskana (1/5)

Wiedersehen mit Florenz - Thema: Italien
Sonntag, 11.12.2016 09:50 Uhr
arte
Sonntag
11.12.2016
09:50 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Florenz, gegen Ende des 15. Jahrhunderts die mächtigste und reichste Stadt der Welt, ist die Hauptstadt der Toskana und zugleich Startpunkt der Reise in fünf Etappen. Lorenzo de’ Medicis erste Station ist die Villa Cora, die sich der Bankier Gustav Oppenheim im 19. Jahrhundert in Sichtweite der Stadt errichten ließ. Er wollte sich in die Tradition der Familien einreihen, die diese Metropole der Banken und des Handels beherrscht hatten.
Die Familie Medici gibt es hier schon lange nicht mehr, wohl aber die Familie Corsini, die Erzrivalen von einst. Die Corsini sind eine Dynastie. Mehr als 600 Familienmitglieder leben heute in der ganzen Welt verstreut. Ihr Stammsitz außerhalb von Florenz ist die Villa Le Corti. Die bekannteste Villa der Corsini aber ist Mezzomonte, wo der Patriarch der Familie, Giovanni Corsini, mit seiner Frau Inès d‘Ormesson und den fünf Kindern lebt. De’ Medici will an diesem Ort den Faden der Vergangenheit wieder aufnehmen und trifft aus der Corsini-Dynastie die mächtige Contessa Lucrezia Miari Fulcis.
Danach führt ihn seine Reise zu Marchesa Allegra Antinori. Auch die Wurzeln ihrer Familie reichen bis in die Zeit zurück, als die Medici mächtig und reich wurden. Nicht nur für Lorenzo de’ Medici sind die Begegnungen voller Spannung. Der alte und reiche Adel ist auch heute noch in der Toskana beheimatet.
Seit über tausend Jahren ist die Toskana Kulturland. Mehr als 200 Jahre lang war sie eine der reichsten und mächtigsten Regionen im damaligen Europa. Diese Blütezeit verdankte sie zum Großteil der Familie Medici. Die Medici waren Bankiers und Kunstmäzene, die ihr Geld – nachdem sie zu Reichtum gekommen waren – auch in den Bau von Landhäusern und Villen investierten. Das Haus auf dem Land diente als Oase der Ruhe, als ein Ort, um sich von der Hektik der Stadt zu erholen.
Die fünfteilige Dokumentationsreihe "Zu Gast in den adligen Landvillen der Toskana" begleitet Lorenzo de’ Medici in das Land seiner Vorfahren. Der Schriftsteller und Nachkomme der berühmten Familie ist am Genfer See aufgewachsen und lebt heute bei Barcelona. Er bereiste die ganze Welt und hat in New York, Tokio und London gelebt, nie aber in Italien. Seine Muttersprache ist Französisch; erst später lernte er Italienisch. So bereist er das Land seiner berühmten Vorfahren als ein Fremder. Dabei öffnet sein berühmter Name Türen zu prächtigen Landvillen und gewährt faszinierende Einblicke in eine sonst verschlossene Welt des reichen, alteingesessenen Adels in der Toskana. Seine Entdeckungsreise erzählt von wunderschön erhaltenen Landsitzen in einer meist beeindruckenden Landschaft, vom alten Adel, der nach wie vor gute Geschäfte macht und seine Heimat leidenschaftlich liebt. Diese stolzen Familien haben Lorenzo de’ Medici ihre Türen geöffnet und ihn wie einen altbekannten Gast empfangen. So wurde die noble Reise zu den adligen Familiensitzen der Toskana auch zu einer überraschend emotionalen Reise in das Land seiner Vorfahren – wie die eines verlorenen Sohnes, der heimkehrt.
2013 hat das Welterbekomitee der UN-Kulturorganisation UNESCO die Medici-Villen in der Toskana in die Welterbeliste aufgenommen.
Im Wintermonat Dezember widmet ARTE dem sonnigen Lieblingsland aller Deutschen und Franzosen einen ganzen Tag – mit Spielfilm, Dokumentationen und Konzerten. Am Sonntag, 11. Dezember führt zunächst die Reihe „Italien, meine Liebe“, an den malerischen Küsten des Mittelmeerstaates entlang – von Ligurien, über die Toskana, Kampanien, Apulien bis Venedig und Triest. Auf rund 8.000 Kilometern bietet Italiens Küste nicht allein schöne Badestrände, ihre oft unberührte Natur ist auch eine unerschöpfliche Inspirationsquelle.
Am Nachmittag geht es nach Rom in die Villa Medici. Kein zweiter Ort hat so viele namhafte Künstler beherbergt wie dieses mondäne Gebäude. Zu ihren Gästen gehörten Größen wie Bizet, Ingres, Berlioz, Fragonard und Debussy. In diesem Jahr feiert die französische Künstlerresidenz ihr 350-jähriges Bestehen. ARTE zeigt die Kulturdokumentation „Die Villa Medici – 350 Jahre Akademie de France in Rom“ in einer deutschen Erstausstrahlung.
Von Rom geht es nach Mailand: Auf dem Domplatz der norditalienischen Metropole gibt sich das Orchester der weltberühmten Mailänder Scala die Ehre, zusammen mit der argentinischen Pianistin Martha Argerich, unter Leitung des italienischen Dirigenten Riccardo Chailly. Das „Konzert auf dem Mailänder Domplatz“ ist ebenfalls eine TV-Premiere.
Der Sonntagabend ist einem der bedeutendsten Regisseure des europäischen Kinos gewidmet: Luchino Visconti. In seinem monumentalen Filmkunstwerk „Der Leopard“ von 1962 zeichnet der Sohn eines Grafen ein scharfsichtiges historisches und gesellschaftliches Panoramabild Italiens Mitte des 19. Jahrhunderts, wobei er die Aristokratie von innen zeigt und mit ihr sowohl mitleidlos als auch liebevoll umgeht. Im Anschluss zeigt ARTE als TV-Premiere das Porträt „Luchino Visconti, vom Film besessen“, das sowohl die Herkunft als auch das Leben und Schaffen des Filmemachers beleuchtet.
In einem weiteren Doku-Porträt geht es direkt danach um den „Italiener par excellence – Marcello Mastroianni“, der unter anderem in zwei Filmen Viscontis mitwirkte. Der Rest der Nacht gehört dann wieder der Musik: zunächst dem Pianisten Maurizio Pollini, und später dem Barockkomponisten Antonio Vivaldi und einem für Konzerte eher unbekannten Zupfinstrument: der Mandoline.

Regie: Michael Trabitzsch\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 11.12.2016 um 09:50 Uhr auf arte.

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Alternative Ausstrahlungstermine
12.12.2016 07:45arte11.12.2016 09:50arte