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Dokumentation Deutschland 2013
Dienstag, 06.12.2016 02:00 Uhr
arte
Dienstag
06.12.2016
02:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Aufgrund seiner Vergangenheit tut sich Deutschland seit Jahrzehnten schwer damit, einen rationalen Umgang mit dem eigenen Militär zu finden. Im Kalten Krieg fiel das nicht auf, da die Besatzungsmächte das Sagen hatten. Umso zäher entwickelten sich anschließend die Kontroversen um das vielleicht doch Gute im von seiner Definition her auf Krieg ausgerichteten Militär. Die gesellschaftliche Schizophrenie, die im Soldatenberuf maximal brunnenbohrende Entwicklungshelfer beziehungsweise ein Technisches Hilfswerk im inländischen Katastrophenfall zu sehen bereit ist, schlägt auf die Ausführenden voll durch. Genau in diesem Spannungsfeld bewegen sich die drei Protagonisten der Dokumentation von Knut Beulich.
Jeder von ihnen war jenseits der Landesgrenzen im Einsatz. Zwischen Kuweit und Irak, im Kosovo und in Afghanistan erfüllten sie die vom Parlament demokratisch erteilten Aufträge. Mit Entwicklungshilfe hatte das eher wenig zu tun, mit Schießen und unter Beschuss Geraten dagegen viel. Beim Gebirgsjäger David, der als Teil einer motorisierten Infanterieeinheit im Vorauskommando in den von Serben verteidigten Kosovo einrückt, scheint die Konfrontation mit militärischem Widerstand fast zwangsläufig und ist doch schockierend, als sich die böse Erwartung plötzlich erfüllt. Der zur Abwehr biologischer Kampfstoffe am Rande des Irak eingesetzte ABC-Experte Christian bekommt auch neun Jahre nach dem Einsatz die Warnungen vor anfliegenden Scud-Raketen nicht aus dem Kopf. Und dass ein ISAF-Pressechef eigenhändig nachts das MG eines Transportfahrzeugs bedient, um in Not geratene Kameraden freizuschießen, klingt mehr nach Actionfilm als nach bundesrepublikanischer Wirklichkeit.
Alle drei ehemaligen Soldaten landen als Rückkehrer aus einer hierzulande unwillkommenen Realität im Nebel des Verleugnens. Einerseits sind sie einstige Akteure und Zeugen, andererseits von der Gewalt Beschädigte. Wie finden sie in eine Gesellschaft zurück, die Gewalt mehrheitlich ablehnt? Unter den vorhandenen Handlungsoptionen entscheiden sie sich diese für das scheinbar Aussichtsloseste: politische Einmischung. Zwei Jahre begleitet die Dokumentation den Kampf der Rückkehrer um einen Platz im pazifistisch ausgerichteten Deutschland. Und da Anerkennung heutzutage kaum noch mit Denkmälern gezollt wird, geht es am Ende darum, ökonomisch für erlittene Schäden abgefunden zu werden. Der Marsch durch die Kreuzfeuer der Demokratie endet mit 33 Seiten Gesetzestext. Niemand versteht auch nur einen der dort niedergeschriebenen Sätze, aber einigen wird damit tatsächlich geholfen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 06.12.2016 um 02:00 Uhr auf arte.

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06.12.2016 02:00arte