In einer Gesellschaft, in der man immer und überall können muss, ist ein Körper, der beim Sex nicht mitmacht, ein Tabu. Sexologin Ann-Marlene Henning klärt über Funktionsstörungen auf.
Männer werden schnell als impotent und Frauen als frigide bezeichnet. Dabei sind sexuelle Funktionsstörungen kein Einzelfall. In Deutschland hat jeder zweite Mann zwischen 40 und 80 eine Erektionsstörung. Die Umsatzentwicklung von Potenzmitteln ist rapide gestiegen.
Die Ursachen für sexuelle Funktionsstörungen sind psychologischer, körperlicher und soziologischer Natur und können kaum einzeln betrachtet werden. Allerdings ist einem großen Teil schon mit kleinen Veränderungen von Gewohnheiten beizukommen. "Bei Männern können sich schon in jungen Jahren Masturbationstechniken einschleichen, die ungünstige Auswirkungen auf den Partnersex haben", erzählt Sexologin Ann-Marlene Henning. Im Doku-Format "Make Love" möchte die Therapeutin Betroffene ermutigen, sich ihren sexuellen Funktionsstörungen zu stellen und zeigt Lösungsansätze auf.
Francis ist 59 Jahre alt und hat immer öfter Probleme, eine verlässliche Erektion zu bekommen. Da Viagra keine dauerhafte Option für ihn ist und nicht die Ursache für seine Erektionsstörung bekämpft, möchte er mit Ann-Marlene Henning neue Möglichkeiten finden.
Sexuelle Störungen bei Frauen werden, im Gegensatz zu den Störungen der Männer, nur selten in der Öffentlichkeit thematisiert. Die Dunkelziffer von Frauen, die unter Lustlosigkeit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Orgasmusproblemen leiden, wird jedoch von Experten als hoch eingeschätzt.
Im Kreise einer Frauengruppe diskutiert Ann-Marlene Henning über weibliche Lust, die manchmal alles andere als einfach zu erreichen ist. "Sowohl der Erregungsreflex, als auch der Orgasmusreflex sind uns angeboren, das Dazwischen müssen wir erlernen." sagt Ann-Marlene Henning. Doch was kann Frau machen, wenn sie nicht so viel spürt, wie sie sich das wünscht?
"Auch negative Erfahrungen mit Sexualität, wie Schmerzen, Druck oder Nicht-Können sind sexuelles Lernen. Dadurch können negative Erwartungen entstehen, die zu körperlicher Anspannung führen, welche dann erneuten Schmerz oder neue Misserfolge mit sich bringt. Das ist ein Teufelskreis, der lustvolle Sexualität sehr schwer macht", sagt Ann-Marlene Henning.
In dieser Episode von "Make Love" wird sich auf selbstverständliche Art und Weise und mit ungewohnter Leichtigkeit dem Phänomen "Sexuelle Dysfunktionen" genähert.
Die Dokumentationsreihe von MDR und SWR "Make love - Liebe machen kann man lernen" mit Sexologin, Paartherapeutin und Bestsellerautorin Ann-Marlene Henning zeigt das Leben wie es ist. Mit Fachkompetenz, Fingerspitzengefühl und erfrischender Natürlichkeit diskutiert Ann-Marlene Henning mit unterschiedlichen Paaren zwischen 20 und 100 authentisch und individuell ihr Beziehungs- und Sexleben.
"Überraschend unpeinlich, echt und lehrreich. Eine der mutigsten und provokantesten deutschen Fernsehproduktionen seit Jahren", schrieb 2013 der FOCUS über das heiß diskutierte Aufklärungsformat "Make love". Das Grimme-Online-Award nominierte multimediale Format mit Ann-Marlene Henning traf den Nerv der Menschen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 06.12.2016 um 00:05 Uhr auf WDR.