Ein Gräberfeld bei Beni Suef, knapp hundert Kilometer südlich von Kairo. Bekannt ist die Region für gut erhaltene Grabstätten aus dem späten Reich der Pharaonen. Doch heute sieht der Friedhof aus wie ein Schweizer Käse, Hunderte von Löchern haben die Anlage durchsiebt. Grabräuber auf der Suche nach Altertümern haben die bis zu 5000 Jahre alten Gräber geschändet. Die Lage in Ägypten hat sich derart verschlechtert, dass die Menschen mittlerweile versuchen, alles zu Geld zu machen. Die Knochen und Schädel haben die Grabräuber achtlos weggeworfen.
Leichenfledderei am Nil - so schlimm wie nach der Ägyptischen Revolution im Frühjahr 2011 war die Zerstörung wertvollen Kulturguts noch nie. Die Touristen bleiben aus Angst vor Ausschreitungen fern, und die Menschen haben immer weniger Einkommen. Jetzt suchen viele einfach alles, was zu Geld zu machen ist: Amulette, Statuen und Reliefs aus pharaonischer Zeit. In Kairo, Beni Suef und Luxor sind Thomas Aders, ARD-Korrespondent für die Arabische Welt, und sein Team unterwegs auf der Spur der Grabräuber. "Als eine Archäologin gesehen hatte, was mit ihren pharaonischen Gräbern passiert war", erzählt Aders, "hat sie den ganzen Rückweg nach Kairo geweint!"
Film von Thomas Aders
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 19.11.2016 um 09:15 Uhr auf Phoenix.