Punk, Heavy Metal, Nieten, Ketten und an jedem Finger einen Ring: das ist Sascha Jatho aus Hemeln. Zum Fürchten? Im Gegenteil: der 24-jährige singt im Männerchor "Concordia", bläst das Horn im dorfeigenen Orchester, ist voll in das Dorfleben integriert.
Sascha ist einer von knapp tausend Einwohnern Hemelns. Der idyllische Fachwerkort im Süden Niedersachsens galt mal als das schönste Dorf Deutschlands. 1990 gewann Hemeln den bundesweiten Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden." Jetzt, 25 Jahre später, bewirbt sich der Ort um den Titel "Unser Dorf hat Zukunft". Die Hemelner um Bürgermeister Alfred Urhahn haben nur 90 Minuten Zeit, um die Prüfungskommission zu überzeugen. Da darf nichts dem Zufall überlassen werden.
* Höhepunkt des Jahres: Die Kirmes
Hemeln schaut zuversichtlich in die Zukunft. Während viele andere Dörfer ausbluten, weil die Bewohner in die Städte ziehen, konnte das Dorf diesen Trend vor einigen Jahren stoppen. Ein Grund dafür ist das ausgeprägte "Wir-Gefühl". Rund 20 Vereine stärken den Zusammenhalt im Dorf. Der Höhepunkt des Jahres ist die Kirmes im Sommer. Vier Tage lang feiern die Hemelner. Der Umzug mit vielen geschmückten Wagen erinnert an den Karneval am Rhein. Jedes Jahr organisiert ein anderer Verein das Dorffest. Dieses Mal sind die Schützen dran. Auf den Vorsitzenden, den Dipl. Bauingenieur Ewald Lotze, wartet jede Menge Arbeit.
* Kann der Bau der Windräder verhindert werden?
Doch Hemeln hat auch Sorgen. Ein geplanter Windpark auf hessischem Boden droht die Landschaft zu verschandeln. Eine Bürgerinitiative um Forstwirtin Gabriele Niehaus-Übel sucht im Gebiet nach Greifvogelnestern. Das ist die einzige Chance, um den Bau der Windräder doch noch zu verhindern.
Produktion: Jost Nolting\nAutor: Marcus Fischötter\nRedaktionelle Leitung: Stephan Brünjes\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 27.11.2016 um 11:30 Uhr auf NDR.