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Hundesoldaten

Ein Film von Lena Leonhardt - Junger Dokumentarfilm
Mittwoch, 23.11.2016 23:30 Uhr
SR
Mittwoch
23.11.2016
23:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Zuerst dürfen sich die fünf Männer einen Hund aussuchen, ganz nach ihrem Bauchgefühl. Dann beginnt die Ausbildung. Die Hunde lernen, wie eine Waffe zu agieren und die Soldaten, diese zu führen. Das funktioniert aber nur, wenn die Männer die Zuneigung ihres Hundes gewinnen.
Abgeschieden im Wald, bei Ulmen in der Eifel, befindet sich die einzige Diensthundeschule der Bundeswehr. Hier werden Hunde für einen bestimmten Zweck geboren: Sie sollen mit Soldaten in den Kriegseinsatz gehen. Über Monate hinweg folgt "Hundesoldaten" dem Leben der unterschiedlichen Diensthunde – von der Geburt bis zum Ende ihrer Ausbildung – und erforscht dabei die ambivalente Beziehung, die sich zwischen Tier und Mensch entwickelt.
Es geht um eine Art Symbiose, um uneingeschränktes Vertrauen, ohne die das Team in einem Krisengebiet nicht bestehen könnte. Nach der Blitzhochzeit im Zwinger müsse sich erst einmal herausstellen, ob die Ehe wirklich etwas taugt, heißt es hier. Eine gute Beziehung zwischen Mensch und Hund ohne Emotionen ist im Grunde unmöglich.
Trotzdem gilt der Hund hier in erster Linie als "Waffensystem" und als solches soll er vor allem eines: funktionieren. Deshalb wird er schon als Welpe an Gewehrfeuer gewöhnt, muss verschiedene Hindernisstrecken bestehen und lernt absoluten Gehorsam.
Im Laufe der Zeit wird es immer schwieriger für die Soldaten, zwischen "Freund" und "Dienstgerät" zu trennen. "Die Ausbildung mit dem Hund ist auch ein täglicher Kampf gegen sich selbst", sagt Tobias, der einen besonders schwierigen Hund bekommen hat. Man müsse sich in den Hund hinein versetzen, um ihn für seine Zwecke zu gewinnen. Und trotzdem eine gewisse Distanz behalten, denn wenn es hart auf hart kommt, ist es der Hund, der für seinen Soldaten den Kopf hinhalten soll.
Aus dem anfänglichen Spiel wird allmählich Drill – und künstliche Szenarien rücken immer näher an eine mögliche Realität. Eine Realität, die ein anderer längst kennt: Zur gleichen Zeit am gleichen Ort verbringt der traumatisierte Kosovo-Veteran Alexander Zeit mit seinem Therapiehund. Wo die anderen auf einen möglichen Kriegseinsatz hin trainieren, versucht er, einen solchen zu bewältigen. Nachdem er sich zehn Jahre lang völlig in sich zurückgezogen hatte, soll er nun mithilfe eines neuen Therapieprogrammes resozialisiert werden. Im Gegensatz zu den anderen geht es für ihn bei der Beziehung zu seinem Hund vorwiegend um Gesellschaft, nicht um Gehorsam. Die Beziehung zu seinem Therapiehund hilft ihm, weiterzumachen, auch wenn das Vertrauen in die Menschheit noch nicht wieder hergestellt ist: "Bei Menschen hatte ich ständig das Gefühl, gleich kommt ein Messer in den Rücken ... Bei den Hunden ist das was ganz anderes."
Anhand des Hundetrainings in der Bundeswehr wirft Lena Leonhardts Film "Hundesoldaten" einen erhellenden Blick auf die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Hund.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 23.11.2016 um 23:30 Uhr auf SR.