Die Lusitzi kultivierten das unwegsame Land, bauten Blockhäuser, Boote und Brücken und vernetzten die Wasserarme mit Kanälen. Sie sind die Vorfahren der Wenden, wie sie sich heute nennen, oder Sorben, wie sie zu DDR-Zeiten hießen und prägen die Region mit ihren slawischen Traditionen.
Der Film erzählt über die Zeit des Nationalsozialismus im Spreewald: Die wendische Sprache kommt auf den Index, die Namen der Dörfer werden eingedeutscht. Die 80jährige Marga Morgenstern lebt die Bräuche ihrer Vorfahren. In ihrer Biografie bündelt sich die Zeitgeschichte der Region: Ihre Großmutter war eine der sogenannten "Spreewaldammen", die im Berlin der Kaiserzeit die Kinder der Reichen stillten und versorgten. Marga Morgenstern erlebt auch, wie die Einheimischen vor der Front in die Tiefen des Spreewaldes fliehen, so wie in allen Kriegen zuvor.
Mit bisher unbekannten Archivaufnahmen, interessanten Zeitzeugen und unerzählten Geschichten wird die wechselvolle Nachkriegsgeschichte des Spreewaldes erlebbar. Trotz sozialistischer Großindustrie im unmittelbaren Umfeld konnte sich die Region ihre ganz eigene Identität bewahren. Heute gehört sie (trotz vieler Touristen) zu den unentdeckten Perlen landschaftlicher und kultureller Vielfalt in Deutschland.
Film von Lutz Rentner und Frank Otto Sperlich
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 22.11.2016 um 21:00 Uhr auf ARD alpha.