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Philipp Melanchthon - Eine Spurensuche

Thema: "500 Jahre Reformation"
Montag, 31.10.2016 09:30 Uhr
ARD alpha
Montag
31.10.2016
09:30 Uhr
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Trotz der Feierlichkeiten zum 450. Todestag im Jahr 2010 blieb der Reformator und Humanist Philipp Melanchthon (1497-1560) im öffentlichen Bewusstsein weit weniger präsent als sein berühmter Zeitgenosse Luther. Nach heutigen Maßstäben war Melanchton ein Wunderkind und als Universalgelehrter, Theologe und Diplomat ein Star. Der Film besucht die Stätten, wo der "Praeceptor Germaniae", der Lehrer Deutschlands gewirkt hat und zeigt, dass sein Anspruch "Bildung für alle" so aktuell ist wie eh und je.
Als sich im April 2010 der Todestag des Reformators und Humanisten Philipp Melanchthon (1497-1560) zum 450. Mal jährte, würdigte ihn zwar ein großer Festakt in der Wittenberger Schlosskirche, an dem auch Bundeskanzlerin Merkel teilnahm, dennoch ist Melanchthon im öffentlichen Bewusstsein eine vage Größe geblieben, jedenfalls im Vergleich zu seinem weltbekannten Zeitgenossen Martin Luther. Das evangelische Fernsehen München geht mit seiner Dokumentation auf eine überaus anregende Spurensuche: Filmemacherin Monika Manoutschehri besucht unter anderem Bretten, Heidelberg, Tübingen und Wittenberg, wo der "Praeceptor Germaniae", der Lehrer Deutschlands gelebt und gewirkt hat: Was erinnert an ihn und wie erinnert man sich seiner?
Welche Bedeutung hat er für uns heute? Melanchthon war nach heutigen Maßstäben ein Wunderkind und Wissenschaftsstar. 1497 als Sohn eines Rüstmeisters und Waffenschmieds im baden-württembergischen Bretten geboren, schließt er sein Studium mit 17 Jahren als Magister in Tübingen ab. Der Geistesriese der deutschen Reformation ist ganze 150 Zentimeter groß und von schmaler Statur, hat einen zarten, hageren Kopf mit fast übergroßen Augen und lispelt leicht. Mit 21 wird er als Griechischprofessor nach Wittenberg berufen. Ein Dokument aus dem Rechnungsbuch der Universität belegt, dass Melanchthon 1559 der höchstbezahlte Wissenschaftler der Stadt ist. Seine Antrittsvorlesung, in der er sich für eine Universitätsreform und die Rückkehr zu den antiken Quellen ausspricht, sorgt für Furore und findet Luthers Sympathie.
Sein Griechischlehrbuch von 1518 wird über vierzigmal neu aufgelegt, das humanistische Gymnasium gilt als seine Schöpfung. Ohne sein Zutun ist Luthers Übertragung der Bibel aus dem Griechischen ins Deutsche kaum denkbar. Melanchthon avanciert zum Chefdiplomaten der Reformation, weil Luther seit 1521 unter Reichsacht steht. Der anfangs etwas skeptische Luther urteilt schon bald über ihn: "Dieser kleine Grieche übertrifft mich sogar in der Theologie. Vielleicht bin ich nur der Vorläufer Philipps." Trotz all dieser Verdienste ist der Universalgelehrte und Theologe, Bildungspolitiker und Diplomat fast vergessen. Sein Anspruch "Bildung für alle" ist jedenfalls so aktuell wie eh und je.

Autor: Monika Manoutschehri\nKontakt: Gábor Toldy\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 31.10.2016 um 09:30 Uhr auf ARD alpha.

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31.10.2016 09:30ARD alpha