"Der Schatz des Hauses Atkin" begleitet den Engländer Mark Atkin (47) auf der Suche nach seiner jüdischen Vergangenheit und dem Familienschatz, von dem ihm sein Vater erzählt hat und der ihn und seine Familie seit Jahrzehnten fasziniert.
1. September 1939: Die Deutschen marschieren in Polen ein. Marks Großvater Jack Atkin ist der Manager der familieneigenen, erfolgreichen Textilfabrik. Ihm bleiben nur noch wenige Stunden, um sein Hab und Gut auf seinem Grundstück in Lodz zu vergraben und in einem alten, rostigen Auto nach London zu fliehen. Er ist der einzige, der weiß, wo der Schatz liegt und er gibt das Geheimnis an seinen Sohn David, Marks Vater, weiter.
2009, 70 Jahre später. Mark Atkin begibt sich auf eine Abenteuerreise ins Leben seiner Großeltern und der ganzen Familie. Es beginnt eine ganz persönliche Schatzsuche. In Los Angeles findet er einen Teil der Familie und den Schlüssel zur Geschichte. Er erfährt, was Krieg, Flucht, Vertreibung und Holocaust mit seiner Familie gemacht haben. Aus faszinierenden Bruchstücken entsteht eine Geschichte, die im lettischen Riga beginnt und über London und Kuba in die USA und schließlich ins polnische Lodz führt - dem Ort, an dem das gemeinsame Haus steht.
Mark Atkin findet das Haus der Familie, doch der Weg zum lang ersehnten Schatz scheint unüberwindlich, denn das große Familienanwesen steht heute unter der Verwaltung des polnischen Militärs und dort, wo der Goldschatz vermutet wird, betreibt der Geheimdienst heute angeblich ein Labor. Die Hürden scheinen unüberwindlich, aber Mark gibt nicht auf und versucht schließlich am Rande der Legalität, das vergrabene Familiengold zu bergen.
Regisseur Jerzy Sladkowski ("Swedish Tango") entführt uns in die Welt europäischer Juden und zeigt die Versuche, den zahlreichen, verborgenen Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Längst Vergangenes gewinnt plötzlich eine faszinierende Aktualität und für Mark Atkin beginnt eine fast mystische Reise zwischen den politischen Umständen im Polen von heute und der Erinnerung einer Generation an eine Zeit, die unwiederbringlich verloren scheint. Die dokumentarische Erzählung illustriert die historischen Rückblenden durch künstlerische Animationen und beobachtet die Protagonisten mit ganz besonderem Blick. Es gelingt so eine leichtfüßige und mit viel Herz und Humor erzählte Saga. Ein modernes Märchen und eine emotionale Reise mit unerwarteten Komplikationen.
Regie: Jerzy Sladkowski\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 09.11.2016 um 01:50 Uhr auf arte.