Wer denkt bei Martin Luther schon spontan an Hessen? Denn in aller Regel wird die Reformation in Wittenberg oder in Thüringen, auf der Wartburg, verortet. Dabei wird gerne vergessen, dass Hessen vor rund 500 Jahren das Musterland des protestantischen Aufbruchs war. Wohl nirgendwo anders bahnte sich der neue Geist der Reformation so konsequent, so ungestüm den Weg, wie in den Gefilden des jungen Landgrafen Philipp von Hessen.
Die Sendereihe „Als Luther die A5 überquerte“ begibt sich auf Luthers Spuren durch Hessen und zeigt, wie bedeutend das Bundesland für das Gelingen der Reformation war.
Der zweite Teil der Spurensuche führt unter anderem nach Kassel, Hayda, Merxhausen, Bad Arolsen und Breuberg. Im Odenwald ist zu erfahren, warum auch in protestantischen Kirchen bin ins 19. Jahrhundert gebeichtet wurde, und es wird gezeigt, wieso die antisemitischen Einstellungen Luthers bis heute nachwirken. Am Ende des historischen Streifzugs durch Hessen steht eine bis heute faszinierende Klatschgeschichte, die der protestantischen Sache nachhaltigen Schaden zufügte: Ausgerechnet Landgraf Philipp, der Motor der Reformation in Hessen, beanspruchte für sich das Privileg der Doppelehe. Und der glaubensstrenge Martin Luther stimmte heimlich zu - ein dramatischer historischer Wendepunkt der gesamten Reformationsgeschichte, der wieder einmal zeigte, welch wichtige Rolle Hessen bei all dem spielte.
aus der Reihe "Horizonte"
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 07.11.2016 um 06:45 Uhr auf HR.