Null Sicht, 40 Grad, zwei Personen werden vermisst, es brennt im zweiten Stock. Die Auszubildenden haben schon 16 Brände hinter sich, doch dieses Mal ist es besonders schwierig. Ein Roll-Over soll geübt werden, Stichflammen, die schnell 800 Grad heiß werden. Diese Gefahr droht bei jedem Wohnungsbrand, wenn plötzlich viel Sauerstoff ins Zimmer strömt, weil jemand ein Fenster oder eine Tür öffnet. So wie heute kommen sie immer wieder an ihre körperlichen Grenzen.
48 angehende Feuerwehrmänner und -frauen werden jedes Jahr im modernsten Trainings-Center Europas ausgebildet - mit dem Ziel, möglichst schnell zu retten, zu löschen, zu bergen. Annika und Dennis sind zwei von ihnen. Autounfälle, U-Bahnbrände, Höhenrettung, Wohnungsfeuer - alles trainieren sie mehrfach und mehrere Monate lang, bis sie fit für die Prüfung sind. Wie kann man sich sinnvoll orientieren bei viel Rauch ohne Sicht, und wie sich sicher bewegen mit der schweren Ausrüstung und den anstrengenden Atemmasken? Wie etwa findet man ein Kind, das aus lauter Panik wegen des Zimmerbrandes hinter den Schrank gekrochen ist, wenn man vor lauter Rauch nichts sieht und rufen nichts nützt? Die Kandidaten kommen aus ganz Deutschland nach Frankfurt, die meisten haben bereits eine Ausbildung abgeschlossen und suchen hier die ganz besondere Herausforderung. Annika will mindestens so gut sein wie ihre männlichen Kollegen. Ob sie das schaffen wird?
Film von Andreas Graf
* ARD-Themenwoche 2016: "Zukunft der Arbeit"
"Zukunft der Arbeit" ist der Titel der ARD-Themenwoche 2016, die in diesem Jahr vom Hessischen Rundfunks (hr), vom Saarländischen Rundfunk (SR) und von Radio Bremen verantwortet wird. Eine Woche lang, vom Sonntag, 30. Oktober, bis Samstag, 5. November, beleuchten Sendungen im Ersten, in allen dritten Programmen und in den Partnerprogrammen der ARD, im Radio und im Internet die unterschiedlichen Facetten der digitalen Arbeitswelt und wie sich die Menschen heute und morgen über ihre berufliche Tätigkeit definieren.
Wer sind die Gewinner und Verlierer?
Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: Die Zukunft der Arbeit hat längst begonnen. Digitalisierung und Globalisierung schreiten unaufhaltsam voran. Die klassische Erwerbsarbeit des Industriezeitalters verliert an Bedeutung. "Industrie 4.0", "Sharing-Ökonomie" oder "Cloud-Working" heißen die Schlagworte. Das "Internet der Dinge" wird schon bald Produkte aus dem 3D-Drucker möglich machen, individueller und billiger als heute. Software wird Sachbearbeiter in den Büros ersetzen, Automaten werden sich selbst optimieren. Neue Plattformen und Netzwerke machen bereits jetzt jeden Autobesitzer potentiell zum Billig-Taxi-Anbieter und jeden Wohnungsbesitzer zum Vermieter von Gästezimmern. Aber wer sind bei all diesen Veränderungen eigentlich Gewinner und Verlierer?
Der Stellenwert von Arbeit
Und wie verändern sich der gesellschaftliche und der persönliche Stellenwert von Arbeit? Arbeit wird mit Geld entlohnt. Doch entspricht der Lohn auch der Leistung? Das monatliche Einkommen eines Bankers ist weit höher als das einer Altenpflegerin, ein Immobilienmakler verdient mehr als ein Konditor, eine Hausfrau bekommt gar keinen Lohn. Andere wiederum vermehren ihr Vermögen, ohne dafür zu arbeiten. Immer häufiger wird gefragt: Ist das gerecht? Wer und was bestimmen eigentlich heute und in Zukunft den Wert der Arbeit in unserer Gesellschaft?
Die ARD-Themenwoche 2016 beschreibt die "Zukunft der Arbeit" nicht als technologische Vision, sondern stets mit dem Blick auf den Wert der eigenen Arbeit: Welchen Stellenwert hat meine Arbeit? Was passiert mit meinem Arbeitsplatz? Wie verdiene ich morgen mein Geld? Was müssen unsere Kinder heute lernen, um in der zukünftigen Arbeitswelt zu bestehen? Wer sorgt dafür, dass unsere Arbeitsgesellschaft nicht auseinanderfällt?
Diesen Fragen gehen die Programme der ARD eine Woche lang aus unterschiedlichen Blickwinkeln nach - in Spielfilmen und Fernseh-Dokumentationen, in aktuellen Radioprogrammen und in Ratgeber-Sendungen und mit einem umfangreichen Dossier im Netz.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 05.11.2016 um 01:30 Uhr auf tagesschau24.