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Raus aus dem Büro - Arbeiten geht auch anders

ARD-Themenwoche „Zukunft der Arbeit“
Donnerstag, 03.11.2016 17:15 Uhr
ARD alpha
Donnerstag
03.11.2016
17:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Flexibler, freier und vor allem: weniger - so wollen immer mehr Menschen heute arbeiten. Mehr Freizeit, weniger Geld. Kann das gut gehen? Wie reagieren Unternehmen? Sind junge Arbeitnehmer einfach nur faul und weltfremd?
Charlotte H. (26) will keinen Acht-Stunden-Tag am Schreibtisch. Wenn es draußen schön ist, bleibt sie auch mal zu Hause oder arbeitet gar nicht. Dort, wo sie angestellt ist, geht das. Jeder teilt seine Zeit frei ein, jeder bekommt das gleiche Geld. Doch in der scheinbar heilen Welt gibt es Konflikte: Was passiert, wenn einer immer mehr arbeitet als der andere? Muss der dann nicht auch mehr verdienen? Und: wann ist eigentlich Feierabend?
Für Claire B. (37) ist der Feierabend klar. Die junge Frau will nicht Ärztin rund um die Uhr sein, sondern auch Mutter. Sie verlässt den OP-Tisch immer pünktlich, weil sie ihr Kind in der Kita abholen will. Dafür wird sie im OP sogar abgelöst. Das kostet das Krankenhaus mehr Personal und Geld, macht es schwieriger, Dienste zu planen. Und nicht jeder hat für Claires Einstellung Verständnis. Wie passt das überhaupt mit dem Berufsethos des Arztes zusammen?
Was immer mehr junge Arbeitnehmer wollen, ist natürlich auch für Unternehmen eine große Herausforderung. Was müssen sie an flexibler und freier Arbeit bieten, um attraktiv für Junge zu bleiben? Heute zählen Ergebnisse und nicht, dass man acht Stunden am Schreibtisch klebt, sagt Heidi Stock, Personalentwicklerin bei Bosch. Aber das freie Arbeiten hat natürlich auch seine Grenzen, erzählt sie, wenn Beruf und Freizeit verschwimmen.
Film von Elena Weidt und Kathrin Lindemann

* ARD-Themenwoche 2016: "Zukunft der Arbeit"

"Zukunft der Arbeit" ist der Titel der ARD-Themenwoche 2016, die in diesem Jahr vom Hessischen Rundfunks (hr), vom Saarländischen Rundfunk (SR) und von Radio Bremen verantwortet wird. Eine Woche lang, vom Sonntag, 30. Oktober, bis Samstag, 5. November, beleuchten Sendungen im Ersten, in allen dritten Programmen und in den Partnerprogrammen der ARD, im Radio und im Internet die unterschiedlichen Facetten der digitalen Arbeitswelt und wie sich die Menschen heute und morgen über ihre berufliche Tätigkeit definieren.
Wer sind die Gewinner und Verlierer?
Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: Die Zukunft der Arbeit hat längst begonnen. Digitalisierung und Globalisierung schreiten unaufhaltsam voran. Die klassische Erwerbsarbeit des Industriezeitalters verliert an Bedeutung. "Industrie 4.0", "Sharing-Ökonomie" oder "Cloud-Working" heißen die Schlagworte. Das "Internet der Dinge" wird schon bald Produkte aus dem 3D-Drucker möglich machen, individueller und billiger als heute. Software wird Sachbearbeiter in den Büros ersetzen, Automaten werden sich selbst optimieren. Neue Plattformen und Netzwerke machen bereits jetzt jeden Autobesitzer potentiell zum Billig-Taxi-Anbieter und jeden Wohnungsbesitzer zum Vermieter von Gästezimmern. Aber wer sind bei all diesen Veränderungen eigentlich Gewinner und Verlierer?
Der Stellenwert von Arbeit
Und wie verändern sich der gesellschaftliche und der persönliche Stellenwert von Arbeit? Arbeit wird mit Geld entlohnt. Doch entspricht der Lohn auch der Leistung? Das monatliche Einkommen eines Bankers ist weit höher als das einer Altenpflegerin, ein Immobilienmakler verdient mehr als ein Konditor, eine Hausfrau bekommt gar keinen Lohn. Andere wiederum vermehren ihr Vermögen, ohne dafür zu arbeiten. Immer häufiger wird gefragt: Ist das gerecht? Wer und was bestimmen eigentlich heute und in Zukunft den Wert der Arbeit in unserer Gesellschaft?
Die ARD-Themenwoche 2016 beschreibt die "Zukunft der Arbeit" nicht als technologische Vision, sondern stets mit dem Blick auf den Wert der eigenen Arbeit: Welchen Stellenwert hat meine Arbeit? Was passiert mit meinem Arbeitsplatz? Wie verdiene ich morgen mein Geld? Was müssen unsere Kinder heute lernen, um in der zukünftigen Arbeitswelt zu bestehen? Wer sorgt dafür, dass unsere Arbeitsgesellschaft nicht auseinanderfällt?
Diesen Fragen gehen die Programme der ARD eine Woche lang aus unterschiedlichen Blickwinkeln nach - in Spielfilmen und Fernseh-Dokumentationen, in aktuellen Radioprogrammen und in Ratgeber-Sendungen und mit einem umfangreichen Dossier im Netz.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 03.11.2016 um 17:15 Uhr auf ARD alpha.