Immer mehr handwerkliche Betriebe suchen händeringend nach geeigneten Lehrlingen, besonders in strukturschwachen Gegenden. Sind ausländische Arbeitssuchende die Rettung? Der Film begleitet das Werben, Suchen und Finden um neue Arbeitskräfte in der Südpfalz.
Harald W., Inhaber einer Autowerkstatt an der Südlichen Weinstraße, kann es kaum fassen: Seit fünf Jahren findet er keinen geeigneten Lehrling mehr, "dabei war Automechaniker doch für Jungs mal der Traumberuf schlechthin!" In den kleinen Ortschaften zwischen Rheinebene und Pfälzer Wald zählen mittlerweile selbst Fahrzeugmechaniker, Elektriker, Heizungsbauer zu den "Engpassberufen". Ähnlich ist die Lage in fast allen westlichen Bundesländern.
Stefan O., Heizungsbauer in der Pfalz musste bereits Aufträge ablehnen, so geht es nicht weiter. Im Kellerbüro des Handwerkers sitzt ein junger Personalvermittler, der arbeitslose spanische Elektriker und Installateure aus Valencia nach Deutschland bringt. Sind die Spanier die Retter in der Not?
In der Küche der traditionsreichen Weinstube von Ulli und Wolfgang R. steht seit kurzem Teresa, eine junge Frau aus Kenia am Herd: "Wer von unseren Jugendlichen will denn heute noch Koch lernen - hier, in einer Dorfwirtschaft?" Für Theresa ist die Lehre in Deutschland die Chance ihres Lebens. Wird sie durchhalten? Ihre Wirtsleute fragen sich: Köche aus Kenia - kann das gut gehen?
* ARD-Themenwoche 2016: "Zukunft der Arbeit"
"Zukunft der Arbeit" ist der Titel der ARD-Themenwoche 2016, die in diesem Jahr vom Hessischen Rundfunks (hr), vom Saarländischen Rundfunk (SR) und von Radio Bremen verantwortet wird. Eine Woche lang, vom Sonntag, 30. Oktober, bis Samstag, 5. November, beleuchten Sendungen im Ersten, in allen dritten Programmen und in den Partnerprogrammen der ARD, im Radio und im Internet die unterschiedlichen Facetten der digitalen Arbeitswelt und wie sich die Menschen heute und morgen über ihre berufliche Tätigkeit definieren.
Wer sind die Gewinner und Verlierer?
Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: Die Zukunft der Arbeit hat längst begonnen. Digitalisierung und Globalisierung schreiten unaufhaltsam voran. Die klassische Erwerbsarbeit des Industriezeitalters verliert an Bedeutung. "Industrie 4.0", "Sharing-Ökonomie" oder "Cloud-Working" heißen die Schlagworte. Das "Internet der Dinge" wird schon bald Produkte aus dem 3D-Drucker möglich machen, individueller und billiger als heute. Software wird Sachbearbeiter in den Büros ersetzen, Automaten werden sich selbst optimieren. Neue Plattformen und Netzwerke machen bereits jetzt jeden Autobesitzer potentiell zum Billig-Taxi-Anbieter und jeden Wohnungsbesitzer zum Vermieter von Gästezimmern. Aber wer sind bei all diesen Veränderungen eigentlich Gewinner und Verlierer?
Der Stellenwert von Arbeit
Und wie verändern sich der gesellschaftliche und der persönliche Stellenwert von Arbeit? Arbeit wird mit Geld entlohnt. Doch entspricht der Lohn auch der Leistung? Das monatliche Einkommen eines Bankers ist weit höher als das einer Altenpflegerin, ein Immobilienmakler verdient mehr als ein Konditor, eine Hausfrau bekommt gar keinen Lohn. Andere wiederum vermehren ihr Vermögen, ohne dafür zu arbeiten. Immer häufiger wird gefragt: Ist das gerecht? Wer und was bestimmen eigentlich heute und in Zukunft den Wert der Arbeit in unserer Gesellschaft?
Die ARD-Themenwoche 2016 beschreibt die "Zukunft der Arbeit" nicht als technologische Vision, sondern stets mit dem Blick auf den Wert der eigenen Arbeit: Welchen Stellenwert hat meine Arbeit? Was passiert mit meinem Arbeitsplatz? Wie verdiene ich morgen mein Geld? Was müssen unsere Kinder heute lernen, um in der zukünftigen Arbeitswelt zu bestehen? Wer sorgt dafür, dass unsere Arbeitsgesellschaft nicht auseinanderfällt?
Diesen Fragen gehen die Programme der ARD eine Woche lang aus unterschiedlichen Blickwinkeln nach - in Spielfilmen und Fernseh-Dokumentationen, in aktuellen Radioprogrammen und in Ratgeber-Sendungen und mit einem umfangreichen Dossier im Netz.
Autor: Ulrike Baur\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 03.11.2016 um 15:15 Uhr auf SR.