Immer mehr Senioren in Deutschland arbeiten, obwohl sie Rente bekommen. Viele von ihnen, weil sie es müssen, weil die Rente nicht zum Leben reicht, andere, weil sie sich noch fit genug fühlen und immer noch dazugehören wollen. Doch viele Arbeitgeber haben das große Potential der Rentner immer noch nicht erkannt und so ist die größte Hürde für Silver Workers, Arbeit zu finden.
Roswitha Ehinger genießt ihr Rentnerdasein, die Herrin ihrer Zeit zu sein. Ihre Rente reicht aber nicht für ihre vielen Interessen und gewohnten Aktivitäten. Doch darauf will sie nicht verzichten und beschließt daher, wieder arbeiten zu gehen.
Giuseppe De Caro wollte eigentlich noch gar nicht in Rente gehen, die Erkrankung seiner Frau machte es notwendig. Nach 40 Jahren im hektischen Restaurantbetrieb langweilt sich der rüstige Rentner zunehmend zu Hause und sucht nun nach neuen Aufgaben und Herausforderungen.
Aus demselben Grund hat der IT-Spezialist Claus Achtmann beschlossen, erst gar nicht aufzuhören und arbeitet mit seinen 70 Jahren immer noch voll.
Hans-Peter Rauschert hat mehr Glück. Sein ehemaliger Arbeitgeber Bosch hat als erstes großes Unternehmen das Potential der "Silver Workers" erkannt und bietet ehemaligen Mitarbeitern die Möglichkeit, als Seniorexperten projektbezogen weiterhin im Unternehmen tätig zu sein. So kann Hans-Peter Rauschert selbst aussuchen, wann und wie lange er arbeiten will und sein Wissen und seine Erfahrung an junge Mitarbeiter weitergeben.
Die Dokumentation begleitet die vier Pioniere im Rentenalter durch ihren Arbeitsalltag und zeigt dabei Chancen und Probleme, die für die neuen Silver Workers entstehen.
* ARD-Themenwoche 2016: "Zukunft der Arbeit"
"Zukunft der Arbeit" ist der Titel der ARD-Themenwoche 2016, die in diesem Jahr vom Hessischen Rundfunks (hr), vom Saarländischen Rundfunk (SR) und von Radio Bremen verantwortet wird. Eine Woche lang, vom Sonntag, 30. Oktober, bis Samstag, 5. November, beleuchten Sendungen im Ersten, in allen dritten Programmen und in den Partnerprogrammen der ARD, im Radio und im Internet die unterschiedlichen Facetten der digitalen Arbeitswelt und wie sich die Menschen heute und morgen über ihre berufliche Tätigkeit definieren.
Wer sind die Gewinner und Verlierer?
Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: Die Zukunft der Arbeit hat längst begonnen. Digitalisierung und Globalisierung schreiten unaufhaltsam voran. Die klassische Erwerbsarbeit des Industriezeitalters verliert an Bedeutung. "Industrie 4.0", "Sharing-Ökonomie" oder "Cloud-Working" heißen die Schlagworte. Das "Internet der Dinge" wird schon bald Produkte aus dem 3D-Drucker möglich machen, individueller und billiger als heute. Software wird Sachbearbeiter in den Büros ersetzen, Automaten werden sich selbst optimieren. Neue Plattformen und Netzwerke machen bereits jetzt jeden Autobesitzer potentiell zum Billig-Taxi-Anbieter und jeden Wohnungsbesitzer zum Vermieter von Gästezimmern. Aber wer sind bei all diesen Veränderungen eigentlich Gewinner und Verlierer?
Der Stellenwert von Arbeit
Und wie verändern sich der gesellschaftliche und der persönliche Stellenwert von Arbeit? Arbeit wird mit Geld entlohnt. Doch entspricht der Lohn auch der Leistung? Das monatliche Einkommen eines Bankers ist weit höher als das einer Altenpflegerin, ein Immobilienmakler verdient mehr als ein Konditor, eine Hausfrau bekommt gar keinen Lohn. Andere wiederum vermehren ihr Vermögen, ohne dafür zu arbeiten. Immer häufiger wird gefragt: Ist das gerecht? Wer und was bestimmen eigentlich heute und in Zukunft den Wert der Arbeit in unserer Gesellschaft?
Die ARD-Themenwoche 2016 beschreibt die "Zukunft der Arbeit" nicht als technologische Vision, sondern stets mit dem Blick auf den Wert der eigenen Arbeit: Welchen Stellenwert hat meine Arbeit? Was passiert mit meinem Arbeitsplatz? Wie verdiene ich morgen mein Geld? Was müssen unsere Kinder heute lernen, um in der zukünftigen Arbeitswelt zu bestehen? Wer sorgt dafür, dass unsere Arbeitsgesellschaft nicht auseinanderfällt?
Diesen Fragen gehen die Programme der ARD eine Woche lang aus unterschiedlichen Blickwinkeln nach - in Spielfilmen und Fernseh-Dokumentationen, in aktuellen Radioprogrammen und in Ratgeber-Sendungen und mit einem umfangreichen Dossier im Netz.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 30.10.2016 um 21:30 Uhr auf tagesschau24.