1939 - wenige Tage vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs - wird Unzeitig in Würzburg zum Priester geweiht. Zwei Jahre später verhaftet die Gestapo den damals 30-Jährigen wegen "tückischer Äußerungen und Verteidigung der Juden". Pater Engelmar wird ins Konzentrationslager Dachau überstellt.
1945 - wenige Tage vor Kriegsende - stirbt er an Flecktyphus: Unzeitig hatte sich freiwillig gemeldet, um die russischen Kriegsgefangenen in den Typhusbarracken des KZ zu pflegen. Seine Mitgefangenen im Block 26, dem "Priesterblock", beschreiben den Mariannhiller Pater als "Liebe in Person", einen "Heiligen" und "Märtyrer der Nächstenliebe".
In seinen vier Jahren in der "Hölle von Dachau" war der schüchterne, stille Geistliche zu einem begnadeten Seelsorger geworden, zum Felsen für viele Mitgefangene. In einem seiner letzten Briefe aus dem KZ beschreibt Unzeitig seinen tiefen Glauben: "Liebe verdoppelt die Kräfte. Sie macht erfinderisch, macht innerlich frei und froh. (…) Die Strahlen der wärmenden Sonne der Liebe des allgütigen Vaters sind stärker und werden triumphieren".
Pater Engelmar Unzeitig ist der erste Mariannhiller Missionar, der seliggesprochen wird. Eine Seligsprechung ist in der römisch-katholischen Kirche ein kirchenrechtliches Verfahren. Zum Abschluss dieses Verfahrens erklärt der Papst nach entsprechender Prüfung, dass ein Verstorbener als Seliger bezeichnet werden und als solcher öffentlich verehrt werden darf.
In "STATIONEN" wird über die Seligsprechung berichtet und der "Engel von Dachau" in einem Porträt von Max Kronawitter vorgestellt.
Dokumentation Deutschland 2016 von Max Kronawitter, Claus Singer
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 30.10.2016 um 13:15 Uhr auf ARD alpha.