Unsere Esskultur ist weit mehr als die Summe unserer Essgewohnheiten, in ihr spiegeln sich gesellschaftliche Konventionen, Werte und Entwicklungen wider. Schon immer hat die Wahl der Speisen den Sozialstatus bestimmt, von arm bis reich: der Mensch ist, was er isst. Wie wir essen und was wir essen ist das Resultat einer Jahrtausende währenden Entwicklung. Die Dokumentation gleicht einer Zeitreise, welche die Kulturgeschichte des Essens nacherzählt und aufzeigt, wie das Essen die Welt verändert hat.
In unserer ersten Episode richten wir den Fokus auf die unterschiedlichen Esskulturen von Arm und Reich – angefangen von der Frühgeschichte der Menschheit über die ersten Hochkulturen, die Antike und das Mittelalter bis zur Gegenwart.
Oft war es der Mangel an Nahrungsmitteln, der zu dramatischen Umbrüchen geführt hat. Die französische Revolution hatte massive Auswirkungen auf die Entstehung unserer Restaurantlandschaft. Und ohne die Entdeckung des Feuers hätte sich eine Esskultur gar nicht erst entwickeln können.
Die ägyptische Hochkultur und die Pyramiden konnten nur entstehen, weil es die Ägypter verstanden, ganze Heerscharen von Bauarbeitern an Ort und Stelle zu verköstigen. Im antiken Rom feierten reiche Patrizier bacchantische Gelage und labten sich an dekadenten Köstlichkeiten wie Flamingozungen, Fasanenhirn oder Pfauen aus Babylonien.
Im Mittelalter definierte die unterschiedliche Rangordnung der Stände, was letztendlich auf den Teller kam... unsere Esskultur befindet sich im steten Wandel. Der Zwang sich zu ernähren, hat die Menschen erfinderisch gemacht. Um gut essen und trinken zu können, hat die Menschheit sich einiges einfallen lassen. Diese Geschichte ist verblüffend eng mit dem Gang der Welt verknüpft. Es lohnt, sie näher kennenzulernen, das gilt auch für die Schattenseiten.
Film von Regine Lettner
Die dreiteilige Dokumentationsreihe erzählt von den Meilensteinen, den großen Wandlungen und Entwicklungen, die wir dem Essen verdanken. Eine Zeitreise durch alle Epochen der Menschheit, in der wir armen Schluckern und reichen Schlemmern begegnen, die zeigt, wie Nahrungsmittel aus der Neuen Welt den Speiseplan Europas nachhaltig verändert haben und die ein Licht darauf wirft, dass es das Essen ist, das die Menschen mobil machte und heute seinerseits Mobilität erfordert.
In drei Folgen werden unterschiedliche Aspekte des Essens beleuchtet: Arm und Reich (Folge 1), altes Europa und die neuen Speisen (Folge 2) sowie das Thema der Mobilität und Konservierung (Folge 3). Die Geschichte der Menschheit ist erstaunlich eng mit der Geschichte des Essens verknüpft. Mal war es der bloße Zwang sich zu ernähren, der die Menschen erfinderisch gemacht hat, mal führte das Essen zu einschneidenden gesellschaftlichen Entwicklungen. Große Entdeckungen, die Aufklärung, Industrialisierung, Krieg und Frieden - irgendwo taucht immer auch das Essen auf. So wurde die Welt, in der wir heute leben, über die Jahrtausende hinweg von unserem Essen geprägt. Auch in Zukunft wird das Essen die Welt verändern und große Geschichten schreiben.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 16.10.2016 um 08:15 Uhr auf Phoenix.