Naturparadiese voller Leben direkt am Todesstreifen, seltene Tiere und Pflanzen im Schatten von Wachtürmen. Entlang des über 7.000 Kilometer langen Eisernen Vorhangs, der Europa vier Jahrzehnte lang trennte, hatten sich von der Polarregion Finnlands über die innerdeutsche Grenze bis nach Mazedonien und ans Schwarze Meer Lebensräume erhalten, die andernorts längst verschwunden waren. Nach dem Fall der Mauer stellten Naturschutzverbände schnell fest, wie einzigartig der ehemalige Grenzstreifen war. Vor allem vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen hatten hier sichere Rückzugsgebiete gefunden, in denen sie sich nahezu ungestört entwickeln konnten. Über 600 Arten allein entlang der früheren innerdeutschen Grenze: vom Seeadler bis zum Schwarzstorch, vom Braunkehlchen bis zur Wildkatze, von der Arnika bis zur Wanstschrecke.
Noch 1989 organisierte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Hof ein erstes Treffen mit mehr als 400 Naturfreunden aus Ost und West. Die Idee vom "Grünen Band" war geboren. Es erstreckt sich nun von Travemünde an der Ostsee bis zum Dreiländereck bei Hof und ist der größte deutsche Biotopverbund. 150 Naturschutzgebiete liegen im bzw. am "Grünen Band", darunter das Schutzgebiet Elbtalaue, ein Paradies für Wasservögel, und der Nationalpark Harz. Hier wurden inzwischen erfolgreich Luchse wiederangesiedelt.
Seit 2004 setzen sich neben dem Bund für Naturschutz in Deutschland auch auf internationaler Ebene Umweltorganisationen dafür ein, das "Grüne Band" als Denkmal europäischer Zeitgeschichte zu erhalten und die Lebensräume entlang des "Eisernen Vorhangs" zu sichern.
Der Film stellt verschiedene Schutzprojekte vor: von den Urwäldern Kareliens an der finnisch-russischen Grenze mit ihren Bären und Vielfraßen über die Großtrappen, die zwischen Österreich und Ungarn eine Zuflucht gefunden haben, bis zu den Kaiseradlern Bulgariens.
Film von Paul Reddish
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 10.10.2016 um 21:00 Uhr auf Phoenix.