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Abenteuer Erde: Die Stimme der Donau

Ein Film von Jürgen Eichinger
Dienstag, 18.10.2016 20:15 Uhr
WDR
Dienstag
18.10.2016
20:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Gut 600 Kilometer fließt die Donau durch Deutschland - von der Quelle im Schwarzwald bis zur Grenze unterhalb von Passau.
Am deutlichsten präsentiert sich die Donau in dem Abschnitt ab Straubing: Hier zeigt sich der Strom trotz einiger menschlicher Eingriffe noch als ein richtiger Fluss. 70 Kilometer fließt die Donau ungehindert durch die Ebene vor dem Bayerischen Wald.
Doch das Bild ist nicht ungetrübt. Denn seit über 30 Jahren tobt ein erbitterter Streit um diesen Teil der Donau. Während die einen diesen letzten, großen Abschnitt der frei fließenden Donau in Deutschland unbedingt zur Wasserstraße ausbauen wollen, möchten die anderen den "bayerischen Amazonas" erhalten, der wegen seiner einzigartigen Flora und Fauna ein echtes Naturjuwel ist. Über 100 Experten haben den ökologischen Wert des Gebietes nachgewiesen und doch ist nichts endgültig entschieden.
Zwischen Straubing und Vilshofen gibt es noch den jahreszeitlichen Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser, der die Landschaft und das Leben in den Flusstälern und Auen Jahrtausende lang bestimmt hat. Da kein Stauwehr den Wasserstand reguliert, ist - je nach Jahreszeit und Wetter - mal mehr und mal weniger Wasser im Fluss. Immer wieder breitet sich die Donau aus, überflutet die Deichvorländer und setzt Wiesen und Auwälder unter Wasser, dann zieht sie sich wieder in ihre tiefste Rinne zurück und gibt breite Kiesbänke und Kiesinseln frei. Es ist genau dieser immer wiederkehrende Wechsel zwischen hohem und niedrigem Wasserstand, auf den bestimmte Pflanzen und Tiere angewiesen sind.
Biber sind in der Lage, Lebensräume so zu gestalten, dass Hochwasser erst gar nicht zustande kommt. Wie das funktionieren kann, zeigt sich im Auwald, da wo sie ungestört schalten und walten.
Nirgendwo sonst existiert ein so dichtes Mosaik aus unterschiedlichen und gegensätzlichen Lebensräumen wie in einer Flussaue: Wasser und Land, Feuchtwiesen, Wälder und Trockenrasen bilden ein komplexes Netzwerk auf kleinsten Raum. Hier, im Bereich der frei fließenden Donau, leben zwei Drittel der bayerischen Vogelarten, darunter so manche Rarität, wie Blaukelchen, Beutelmeise, Schlagschwirl und Seidenreiher.
Auch unter Wasser hat dieser Abschnitt der Donau so einiges zu bieten: In diesen 70 Kilometern gibt es mehr Fischarten als im ganzen Rhein- und Elbegebiet. Der Grund: Die frei fließende Donau mit ihren langen Strömungsstrecken, ihren flachen und kiesigen Uferzonen und ihren ruhigen Altwassern bietet Fischen mit unterschiedlichsten Ansprüchen geeignete Lebensräume.
Die Zugvögel schätzen die Schlickflächen, die durch die Wasserstandschwankungen in den Altwassern entstehen. Und selbst im Winter unterscheidet sich dieser Abschnitt der Donau von anderen Strecken. Bei extremer Kälte friert der "fließende" Fluss nicht zu und wird damit zum Rückzugsgebiet für unzählige Wasservögel.
Die aufwändige Dokumentation von Jürgen Eichinger bietet weitgehend unbekannte Einblicke.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 18.10.2016 um 20:15 Uhr auf WDR.

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21.10.2016 14:30WDR18.10.2016 20:15WDR