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Berggorillas

Ugandas sanfte Riesen
Sonntag, 09.10.2016 13:15 Uhr
RBB
Sonntag
09.10.2016
13:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

"Eigentlich bin ich in die Gorillaforschung eher zufällig reingeschlittert", sagt Martha Robbins über ihre Berufskarriere. Die Amerikanerin ist eine der renommiertesten Primatologinnen der Welt und erforscht im Auftrag des Leipziger Max-Planck-Instituts Berggorillas in Ostafrika. Ihr Forschungsterrain, der Bwindi-Nationalpark, liegt in einer der gefährlichsten Krisenregionen der Welt, dem Dreiländereck von Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Das auf ugandischer Seite errichtete Schutzgebiet gehört zu den ältesten und artenreichsten Urwäldern der Erde, seit 1994 zählt es zum Weltnaturerbe. Es beherbergt etwa 320 Berggorillas, das sind knapp mehr als die Hälfte der noch lebenden Exemplare dieser Art.
Der Gorilla-Verband, den Martha Robbins seit zehn Jahren kontinuierlich beobachtet, umfasst derzeit 15 Tiere: vier Männchen, sechs Weibchen, zwei Heranwachsende und drei Kinder. Die Forscherin sammelt alles, was Auskunft geben kann über Sozialverhalten, Fortpflanzungsstrategie, Ernährungsökologie und Genetik der Tiere. Manchmal, sagt sie, fühle sie sich dabei wie die Zuschauerin einer Daily Soap, denn es seien vor allem die Dramen, die sich unter den Gorillas abspielen, an denen sich Interessantes ablesen ließe: die wechselnden Freundschaften und Feindschaften innerhalb des Clans, Liebe und Eifersucht, Kämpfe und Rivalität, Geburten und Todesfälle.
Nicht nur der Bürgerkrieg im Ostkongo, dessen Folgen auch in Uganda zu spüren sind, macht Martha Robbins und ihrem Projekt Sorgen. Auch das Gleichgewicht des Regenwaldes, in dessen Schutz die Gorilla-Verbände leben, ist in Gefahr. Denn die rapide steigenden Bevölkerungszahlen führen zu konkurrierenden Interessen von Mensch und Tier. So bildete der Wald seit Jahrhunderten die Lebensgrundlage seiner Anwohner, bot ihnen Nahrung in Form von Wild und Früchten, pflanzliche Baustoffe, Holzkohle und Medizinpflanzen. Seit 1992 jedoch existiert ein Zutrittsverbot, lediglich an zwei Tagen pro Jahr ist eine kontrollierte Nutzung erlaubt. Innerhalb der Bevölkerung führt dies unvermeidlich zu Ressentiments. So gehört es zu Martha Robbins Engagement auch, Konzepte zu entwickeln, die die lokale Bevölkerung in den Naturschutz miteinbeziehen.
Ein Filmteam hat die engagierte Wissenschaftlerin Martha Robbins bei ihrer Arbeit begleitet und sich bei den Menschen umgesehen, die am Rande des Naturschutzgebietes leben.
Ein Film von Brigitte Bertele

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 09.10.2016 um 13:15 Uhr auf RBB.

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