Menschen, wie der Schauspieler Roman Knižka, der im Sommer 1989 über die geöffnete Grenze Ungarns in den Westen floh. Andere wollten in ihrer Heimat bleiben und eine bessere DDR schaffen - wie Marianne Birthler, die in Ost-Berlin in oppositionellen Gruppen aktiv war, oder die Leipzigerin Katrin Hattenhauer, die im September 1989 für "ein offenes Land mit freien Menschen" auf die Straße ging und daraufhin verhaftet wurde. Vor allem die "Montagsdemos" brachten die scheinbar unerschütterliche Macht der Staatspartei ins Wanken. Auch Schauspielerin Claudia Wenzel war dabei, als am 9. Oktober 1989 in Leipzig mehr als 70.000 Menschen auf die Straße gingen. "Ich bekomme heute immer noch so eine Art Gänsehaut, es war eine Sensation. Es war unfassbar in der DDR, dass die Leute so mutig losmarschierten. Das war ein irres Erlebnis." Der Comedian Volker "Zack" Michalowski bekam in Dresden hingegen wie tausende Andere noch einmal die Härte des Regimes zu spüren: Er wurde verhaftet und ins berüchtigte Gefängnis Bautzen gebracht.
Wenige Tage später war nichts mehr wie zuvor: Günter Schabowski verkündete am Abend des 9. November versehentlich zu früh die Reisefreiheit für alle DDR-Bürger – und die Menschen nahmen ihn beim Wort. Pierre Sanoussi-Bliss, heute bekannt als Assistent des ZDF-"Alten" überquerte die Grenzlinie an der Bornholmer Straße – dort, wo die Schlagbäume zuerst hochgegangen waren: "Das war so ein Menschenstrom und ich sagte: "Wisst ihr was? Wenn die Mauer jetzt offen ist, dann wird die auch nicht wieder zugemacht." Auch die Schauspielerin Gesine Cukrowski, die damals in West-Berlin lebte, zog es zum Brandenburger Tor, wo sie mit Zehntausenden auf der Mauer tanzte.
Andere, die in der Bundesrepublik lebten, setzten sich spontan ins Auto oder in den Zug, wie Caroline Peters ("Mord mit Aussicht"), damals Gymnasiastin in Köln. Udo Lindenberg, der am 9. November in München gastierte, nahm sofort den nächsten Flieger, mischte sich inkognito unters Volk und spielte drei Tage später mit anderen Musikern aus Ost und West auf dem "Konzert für Berlin".
Im Gespräch mit Josephin Busch, dem "Mädchen aus Ost-Berlin, ordnen die "Wende-Protagonisten" ihre Erlebnisse rückblickend ein: Wie war das Leben in der DDR Ende der 1980er Jahre? Warum spitzte sich die Lage im Land immer mehr zu? Warum verließen mehr und mehr Menschen den zweiten deutschen Staat? Welche Hoffnungen und Befürchtungen hegten sie, als die Mauer schließlich fiel? Und wie änderte sich danach ihr Leben?
"25 Jahre. Ich freue mich heute noch als wäre es gestern gewesen, dass die Scheiß-Mauer endlich weg ist und wir zusammen eine bunte Republik machen können", so Lindenberg zu Josephin Busch: "Ein wirklich schönes Feeling ist das."
Udo Lindenberg und die junge Hauptdarstellerin des Erfolgs-Musicals "Hinterm Horizont", Josephin Busch, sind die Protagonisten in der Dokumentation "Wahnsinn 89. Wie die Mauer fiel".
Film von Jörg Müllner und Mario Sporn
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 25.09.2016 um 09:45 Uhr auf Phoenix.