Kuba befindet sich im Aufbruch. Die Slogans vergangener Tage kommen bei vielen jungen Leuten nicht mehr an. Sie wollen ihre Zukunft selbst bestimmen. Große Chancen auf eine Karriere auch jenseits der Grenzen bietet der Sport. Fernando besucht in der Altstadt Havannas die legendäre Boxschule Rafael Trejo. Trainer Alberto Gonzales ist für die Kids Vaterfigur, Kumpel und knallharter Schleifer. Obwohl der Fußball zur großen Konkurrenz geworden ist, bleibt Boxen wohl immer populär - das liegt auch am Erfolg. Fernando trifft Erislandy Savón, den Box-Superstar Kubas, in seinem Trainingscamp und lässt sich sogar auf ein kleines Sparring ein.
Einem ganz anderen, noch recht neuen Karrieretraum wird an der einzigen Modelschule Havannas gefolgt. Die Lehrerin Gysleda, die früher selbst auf dem Laufsteg stand, gibt den Jungen und Mädchen Stil- und Selbstbewusstsein mit auf den Weg.
Überhaupt öffnet sich Kuba immer mehr. Fernando besucht die Macher des digitalen Popkultur-Magazins "Vistar". Dort begegnet Fernando auch der Reggaeton-Band Kola Loka und fühlt sich inspiriert, mehr über Kubas aktuelle Popmusik zu erfahren.
Kuba im Aufbruch. Die "karibische DDR" ist schon lange ein beliebtes Reiseziel, obwohl Armut und Probleme an jeder Ecke unübersehbar sind. Jetzt steht das Land mit der bewegten Geschichte erneut vor einer Herausforderung: Die Öffnung zum Westen birgt gleichermaßen Chancen und Gefahren. Der kubanische Schauspieler Fernando Spengler nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch sein Heimatland. Die Doku-Reihe zeigt, wie es den Kubanern in dieser Zeit des Umbruchs geht - und wie die Künstler, Arbeiter, Wissenschaftler, Gastronomen, Sportler und Innovatoren in die Zukunft blicken.
Im fünften Teil begegnet begegnet Fernando der Sport- und Jugendkultur Kubas.
* Thementag: Viva Cuba!
Kuba befindet sich mitten im Umbruch, und Barack Obamas Besuch im März steht symbolisch für die tiefgreifende gesell-schaftliche und politische Entwicklung, die viele Kubaner vor Ort und im Exil schon seit vielen Jahren erträumten. Unter dem Motto "Viva Cuba!" lädt ARTE einen Tag lang ein zur Reise durch die kubanischen Lebenswelten, mit Dokumentationen, Konzerten, Reportagen und zwei Filmen.
Schätzungsweise fünf Prozent aller Haushalte Kubas haben Zugang zum Internet, es werden immer mehr, vor allem in Havanna und Umgebung. Von außen scheint in der Stadt aber noch immer die Zeit stehen geblieben zu sein, besonders in der Altstadt, der Habana Vieja, deren barocke und neoklassizistischen Fassaden bereits 1982 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurden. Auf dem Land werden die Werte der Revolution von 1959 immer noch hochgehalten.
ARTE taucht in den kubanischen Alltag, mit kubanischen Fotografen und Videokünstlern - wie Liudmila Velasco und Nelson Ramírez de Arellano Conde - und folgt den Spuren des Erneuerers des kubanischen Kriminalromans, Leonardo Padura Fuentes. "Abgedreht!" nimmt Fidel Castros Rendezvous mit einer französischen Präsidentengattin aufs Korn. Und was wäre Kuba ohne Musik und Tanz? Auf dem Programm des ARTE-Kuba-Tages: Die Truppe Danza Contemporánea de Cuba, der Singer-Songwriter Raúl Paz, die Cuban Beats All Stars und viele andere mehr!
Die Filme: Nach seinem Welterfolg "Jenseits von Afrika" erzählt Sydney Pollack 1990 mit "Havanna" die Geschichte des Profi-Pokerspielers Jack Weil, der sich in die Ehefrau eines Anführers der Revolution verliebt. Jack Weil wird von Robert Redford verkörpert, seine Partnerin ist die Schwedin Lena Olin, eine Entdeckung Ingmar Bergmans. Für die Filmmusik wurde Dave Grusin 1991 mit einem Oscar ausgezeichnet.
"Soy Cuba" ("Ich bin Kuba") von 1964 spielt zur Zeit des Batista-Regimes. Der russische Regisseur Michail Kalatosow prangert den Luxus und die Verkommenheit der herrschenden Klasse an, allesamt Yankees. Der Film wurde sowohl in der UdSSR als auch in Kuba scharf kritisiert, in den USA war er während des Kalten Krieges verboten. "Soy Cuba" ist ein Meilenstein der sowjetischen Filmkunst und besticht durch seine langsame und sehr subjektive Kameraführung. Dank Martin Scorsese und Francis Ford Coppola, zweier großen Bewunderer, fand der Film schließlich sein Publikum und wurde bei den Filmfestspielen von Cannes 2004 präsentiert.
Regie: Hasko Baumann\nProduzent: ZDF\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 22.09.2016 um 17:55 Uhr auf arte.