Die öffentliche wie die private Kanalisation ist überall in Deutschland in die Jahre gekommen - in manchen Städten wie Hamburg sind einige Kanäle schon weit mehr als hundert Jahre alt. Schätzungen zufolge sind 50 Prozent der Abwasserleitungen auf Privatgrundstücken hierzulande undicht.
Zudem werden nach Expertenmeinung etwa 20 Prozent der öffentlichen Rohre in den kommenden zehn Jahren stark renovierungsbedürftig sein, und das bei einem Netz, das sich auf 561.000 Kilometer erstreckt. Für Städte, Gemeinden, aber auch die Bürger entstehen durch gesetzlich verpflichtende Dichtigkeitsprüfungen und Instandhaltungsmaßnahmen gewaltige Kosten. Zudem schadet das Sparen von Wasser den Kanalisationsrohren, was weitere Sanierungen notwendig macht und die Gebühren für alle Verbraucher in den nächsten Jahren steigen lässt. Die Wasserwirtschaft denkt bereits über neue Preismodelle nach, um ihre Fixkosten zu decken. Mittlerweile rebellieren immer mehr Gemeinden gegen den Anschlusszwang an die zentrale Abwasserentsorgung.
Der Film begleitet den Abwasseringenieur Ralf Otterpohl und die Hauseigentümerin Margot Wilke bei einer Abwasser-Informationstour in Norddeutschland, die sie auch zu alternativen, dezentralen Abwasserprojekten führt.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 22.09.2016 um 17:15 Uhr auf ARD alpha.