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Paradiesische Verführung

Die Feige
Mittwoch, 21.09.2016 12:05 Uhr
arte
Mittwoch
21.09.2016
12:05 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Die Feige ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt, älter als Datteln und Oliven, Trauben, Weizen und Gerste. Seit Jahrtausenden zählt sie - nahrhaft, reich an Vitaminen und Kohlenhydraten - vor allem rund ums Mittelmeer und in den Regionen des Nahen Ostens zu den Grundnahrungsmitteln. Die Türkei ist weltweit der größte Feigenproduzent. Vor allem im Hinterland von Izmir wird die Frucht angebaut, in großen Fabriken getrocknet und für den Export behandelt und verpackt.
Die in der weiteren Nachbarschaft Izmirs gelegenen antiken Orte Ephesus und Aphrodisias beweisen, dass Feigen bereits im griechischen und römischen Altertum eine Rolle spielten. Auch in der Bibel ist sie die erste namentlich erwähnte Pflanze. Nachdem Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten, wurden sie sich ihrer Nacktheit bewusst und bedeckten sich mit Feigenblättern. Und sowohl in der religiösen Kunst als auch auf barocken Stillleben wird die Feige immer wieder dargestellt.
Die Dokumentation erörtert auch die gesundheitlichen Vorzüge der Feigen. Seit ewigen Zeiten gilt sie als probates Mittel gegen Verstopfung. Aber die Frucht bekämpft auch Entzündungen aller Art und spielt eine große Rolle in der Volksmedizin ihrer Herkunftsländer.
Auch in Deutschland ist die Feige heimisch. Die Römer brachten sie einst mit in die Pfalz. Heute werden köstliche Gerichte, aber auch edler Essig mit Hilfe der Pfälzer Feigen hergestellt. Und der Alte Fritz ließ, von der mediterranen Frucht bezaubert, Feigenbäume im Garten seines Potsdamer Schlosses Sanssoucis setzen. Bezaubernd soll auch der Duft sein, den ein Parfümeur in Holzminden austüftelt. Hauptbestandteil der teuren Essenz, die einen betörenden Duft verströmt, ist die Feige, die Frucht paradiesischer Verführung.
Dokumentation Deutschland 2009

Regie: Marlinde Krebs\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 21.09.2016 um 12:05 Uhr auf arte.