1987 beginnt das Zentralinstitut für Jugendforschung der DDR, damals 14-jährige Schüler und Schülerinnen detailliert über ihre Lebenssituation und ihre politischen Einstellungen zu befragen. Zwei Jahre später ändert sich alles. Das Land verschwindet und die Jugendlichen werden in einem neuen Staat erwachsen. Dem einstigen Studienleiter Prof. Peter Förster gelang es, die Studie auch nach dem politischen Umbruch weiterzuführen. So ist eine bemerkenswerte Materialsammlung entstanden, über den letzten Jahrgang, der Kindheit und Jugend noch vollständig in der DDR verbrachte. Es sind die persönlichen Biographien der Studienteilnehmer, die Zeugnis über den Transformationsprozess vom sozialistischen System der DDR ins kapitalistische System der Bundesrepublik ablegen.
In zwei Teilen folgt "Generation Wende" dieser weltweit einmaligen Studie, die über 25 Jahre hinweg ein detailgenaues Bild von DDR-Wendebiografien zeichnet und einen überraschenden Einblick in ostdeutsche Lebenswirklichkeiten gibt.
Teil 1: Plötzlich waren wir Bundesbürger
17 Jahre sind die Studienteilnehmer alt, als die Mauer fällt. Für viele heißt das Aufbruch, Freiheit und völlig neue Möglichkeiten. Die fest vorgezeichneten Lebensläufe sind wieder offen und formbar. Aber die Fragebögen der Studie zeigen auch, dass die DDR-Teenager Angst haben vor dem westdeutschen System, in dem sie nun erwachsen werden müssen. Bereits 1996 war die Hälfte der Studienteilnehmer schon einmal arbeitslos - eine völlig neue Erfahrung für DDR-Bürger.
Film von Ariane Riecker
(Teil 2 wird am Dienstag, 27.09.2016 um 22.05 Uhr gezeigt.)
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 20.09.2016 um 22:10 Uhr auf MDR.