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Landpartie

Ferien auf Amrum
Sonntag, 18.09.2016 20:15 Uhr
NDR
Sonntag
18.09.2016
20:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Der schier endlose Sandstrand ist es, der Urlauber auf die nordfriesische Insel Amrum lockt. Die Weite des Strandes ist wirklich beeindruckend: 15 Kilometer lang und fast zwei Kilometer breit. Die "Insel der Freiheit" wird sie auch genannt. Der Kniepsand gehört zu den breitesten Stränden Europas. Schier endlos, auch die Sanddünen.
Heike Götz, die Moderatorin der Sendung "Landpartie", geht auf eine Wanderung durch das Watt zwischen Amrum und der Nachbarinsel Föhr. Vom Fähranleger in Wittdün ist es gar nicht weit bis dorthin. Runter vom Schiff und sofort auf zum Kniepsand - so beginnt für manch einen der Inselurlaub. Der Mensch kommt sich klein dort vor, umgeben von so viel Muschelsand, Meereswellen und Wolkentürmen.
Am anderen Ende der Insel bei Norddorf beginnt die wohl beliebteste Wattstrecke der Welt: Sieben Kilometer durch den Meeresschlick bis rüber zur Nachbarinsel Föhr. Der Weg führt auch durch die Fahrrinne der "Adler-Schiffe" nach Sylt und Föhr. Selbst bei Ebbe steht da in den Prielen das Wasser bisweilen fast hüfthoch. Ohne einen ortskundigen Wattführer sollte niemand diesen Ausflug machen. Mit Dark Blome und seinen Kollegen macht die Tour Spaß und ist lehrreich dazu: Der Wanderer erfährt, dass ein Wattwurm neunzig Pobacken hat und dass Wattschnecken surfen können.
Die Gezeiten bestimmen das Leben auf der Insel. Doch manch einer vom Festland schätzt die Nordsee falsch ein. Wer von der Flut überrascht wird, dem hilft heute die Seenotrettung auf Amrum. Das war nicht immer so. Lange Zeit war die Seefahrt der Haupterwerb für die Amrumer: Als Kapitäne fuhren sie raus auf Walfängern oder auf Handelsschiffen. Und Etliche blieben auf See. Bei der St. Clemens-Kirche in Nebel erzählen Grabsteine Geschichten von vor hunderten von Jahren. Eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler der Insel ist so ein "redender Stein" aus dem Jahr 1736: Darauf findet sich das Leben des Seefahrers Hark Olufs in Stein gemeißelt.
Heike Götz besucht den Amrumer Leuchtturm bei Nacht mit einem atemberaubenden Blick auf Leuchtfeuer, Leuchtzeichen und andere Leuchttürme. Sogar den von Helgoland kann sie sehen. Seit Ende des 19. Jahrhunderts hilft der Leuchtturm in den Dünen zwischen Wittdün und Nebel den Schiffen, ihren Weg zu finden. Es lohnt sich besonders kurz vor Sonnenuntergang zusammen mit Wolfgang Stöck, die 297 Stufen hoch zu steigen. Oben eröffnet sich ein einzigartiger Rundblick und Wolfgang Stöck spinnt nicht nur Seemannsgarn, sondern erzählt von der Zeit, als Leuchtturmwärter noch ein richtiger Beruf war.
Auf ihrer "Landpartie" besucht sie auch die jährliche Sonnenwendfeier am Strand von Norddorf und lernt eine Anziehdame kennen. Ohne sie würde das Anlegen der traditionellen Friesentracht für die Frauen zur Tortur. Bis die Tracht richtig sitzt, vergehen nämlich Stunden. Damals gingen die Friesenfrauen noch in Tracht: gekleidet in Schwarz und Weiß mit wertvollem Silberschmuck. Die Gewänder und der Schmuck werden von Generation zu Generation weitergegeben. Auch heute noch tragen die Amrumerinnen diese Tracht: zur Konfirmation etwa und bei Festen wie der Sonnwendfeier. Dann ist der Nordstrand voll mit Inselvolk und Urlaubern. Dass die Frauen vom Amrum lange brauchen, bis sie so adrett aussehen, wissen nur wenige. Und ohne die Hilfe einer sogenannten Ankleidedame geht gar nichts: Der Reißverschluss war nämlich noch nicht erfunden, als die Kleider genäht wurden.
Ein weiteres Wahrzeichen der Insel ist die Windmühle in Nebel. Sie ist voll funktionsfähig und der rührige Mühlenverein plant dort wieder Mehl zu mahlen. Die Windmühle ist ein beliebter Treffunkt, etwa wenn die "Amrumer Soulband" dort einen Auftritt hat. Der ein oder andere Inselmusiker ist vielleicht auch in der "Blauen Maus" anzutreffen. Dieses Lokal ist auf Amrum eine Institution und ein der guter Platz für Nachtschwärmer. Also: auf nach Amrum!
Außerdem erfährt Heike Götz, dass der Wattwurm 90 Pobacken hat und dass Wattschnecken surfen!
Und sie probiert den Nordseespargel, der im Watt wächst, und macht auf hoher See zusammen mit dem letzten Krabbenfischer Amrums das Amrumer Meersalz. Von einem Amrumer Original erfährt sie, warum ein besonderer Kräuterschnaps seinem kalt geräucherten Lachs einen unnachahmlichen Geschmack gibt.
Moderatorin Heike Götz besucht Menschen aus der Region und ist immer auf der Suche nach den großen und kleinen Geheimnissen Norddeutschlands.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 18.09.2016 um 20:15 Uhr auf NDR.