Die ligurische Küste ist jene weite Bucht, die den Golf von Genua bildet, im Westen an Frankreich, im Norden an das Piemont angrenzend. Hinter einem schmalen Küstenstreifen befinden sich unwegsame, steile Berge. In Schwerstarbeit wurden sie von den Einheimischen zur Anlage von Olivenhainen und Weinfeldern terrassiert.
Die Küste war wegen ihres milden Klimas und der geschützten geografischen Lage früh besiedelt. Im dritten Jahrhundert eroberten die Römer Ligurien und erschlossen es durch die berühmte Küstenstraße Via Aurelia, die Rom mit Frankreich und Spanien verband und auf deren Trasse noch heute der Verkehr weitgehend geführt wird.
Die geografische Besonderheit Liguriens macht die Charakteristik der Region aus: Die Küste mit ihren alten Hafenstädten ist weltoffen, für den Handel durch Straßen, Eisenbahn und Schiffsverkehr erschlossen. Die Bergwelt ist abgeriegelt, schwer erreichbar auf steilen, schmalen Straßen.
Dennoch waren die Kontakte zwischen den Küstenbewohnern und den Bergbauern seit jeher eng: Auf den alten Maultierpfaden wurden Olivenöl, Gemüse, Wein und Obst vom Meer ins Hinterland gebracht, aus den Bergen kamen Holz und Pilze, Kastanien und Vieh.
Der Reiseweg in diesem Film berücksichtigt diese Besonderheit Liguriens. Neben den Küstenstädten der Ponente führt der Weg immer wieder durch das schroffe, pittoreske Hinterland mit seinen mittelalterlichen Burgstädtchen, wilden Gebirgsbächen und alten Brücken.
Die Reise führt von Noli, der ehemals kleinsten Seerepublik, über das römische Albenga nach Cervo und San Remo, den luxuriösen Badeort des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Und sie führt in die Berge: nach Perinaldo und Apricale, nach Zuccarello und Finalborgo.
Zum Schluss folgt der Besuch auf einem farbenprächtigen Fest in Noli. Damit erinnert die Stadt an den Tag, an dem sie als unabhängige Seerepublik in die Geschichte eingegangen ist.
Autor und Regie: Martin Bosboom, Susanne Müller-Hanpft\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 17.09.2016 um 12:45 Uhr auf NDR.