Am 21. August 1911 verschwand Leonardo da Vincis Porträt der "Mona Lisa" aus dem Salon Carré des Pariser Louvre und blieb fast zweieinhalb Jahre lang unauffindbar. Der Diebstahl des berühmten Gemäldes machte weltweit Schlagzeilen. Die französische Polizei war ratlos und ermittelte in alle erdenklichen Richtungen. Sogar der Künstler Pablo Picasso wurde befragt. Zwar fanden sich bei ihm mehrere aus dem Louvre gestohlene Skulpturen, doch mit dem Diebstahl der "Mona Lisa" hatte er nichts zu tun. Nach langen erfolglosen Ermittlungen fanden sich die Pariser schließlich damit ab, dass sie da Vincis Meisterwerk wohl nie wiedersehen würden. Dabei versteckte der Dieb seine Beute quasi unter ihren Augen im 10. Pariser Arrondissement.
Zwei Jahre später, im Dezember 1913, brachte der italienische Arbeiter Vincenzo Peruggia das Gemälde nach Florenz. Er hatte dem Kunsthändler Alfredo Geri geschrieben, er wolle das Bild nach Italien bringen, weil seiner Ansicht nach alle im Louvre aufbewahrten italienischen Werke von Napoleon gestohlen worden seien. Daraufhin forderte Geri Peruggia auf, ihm die "Mona Lisa" zu bringen. Als der Dieb das Werk übergab, wurde er festgenommen.
Das Wiederauftauchen des Meisterwerks erregte noch größeres Aufsehen als seinerzeit der Diebstahl. Die "Mona Lisa" wurde in Florenz, Rom und Mailand ausgestellt und dann an den Louvre zurückgegeben.
Im Jahr 1976 hörte der Filmemacher Joe Medeiros von dem Diebstahl der "Mona Lisa". 35 Jahre lang ließen ihm der Täter Peruggia und dessen Beweggründe keine Ruhe. Hatte der Italiener das Gemälde tatsächlich aus Patriotismus gestohlen oder aus falsch verstandenem Integrationsstreben?
2008 begegnete Medeiros Peruggias damals 84-jähriger Tochter Celestina. Ihr Vater war gestorben, als sie noch ein Baby war, und sie wusste weniger über ihn als der Filmemacher. Doch auch sie wollte die Wahrheit erfahren, selbst wenn dabei ihr Bild vom Vater Schaden nehmen sollte.
Medeiros und sein Stab suchten die Orte auf, an denen Vincenzo Peruggia gelebt und gearbeitet hatte und durchforschten Tausende Originaldokumente: Zeitungsausschnitte, Polizeiberichte, Gerichtsunterlagen und psychiatrische Gutachten. Schließlich entdeckten sie in Peruggias persönlichem Nachlass in Florenz Briefe an seine Eltern: Sie enthielten die Lösung des Rätsels.
Regie: Joe Medeiros\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 16.09.2016 um 17:25 Uhr auf arte.