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Wir sind die Angst!

Der Verlust der inneren Sicherheit
Freitag, 16.09.2016 14:30 Uhr
Phoenix
Freitag
16.09.2016
14:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Die Bürger haben Angst, vertrauen dem Staat und seinen Institutionen immer weniger, so sagen repräsentative Umfragen. Der Stellenabbau bei der Polizei, Übergriffe in Problem-Kiezen, eine Verrohung der politischen Auseinandersetzung verändern die Gesellschaft. Wie reagieren Berlin-Brandenburger darauf? „die rbb Reporter“ sprechen mit den Menschen über ihre Ängste, begleiten sie zu Selbstverteidigungskursen, fragen in den Waffenläden nach, fahren mit Brandenburgern auf "Bürgerstreife". Wie reagiert die Politik? Kommt nun der Ruf nach der "starken Hand"? Wie ändert sich das Leben?
Auch in Berlin und Brandenburg gibt es Menschen, die fest davon ausgehen, dass die deutsche Zivilgesellschaft bald zusammenbrechen wird und sich dann jeder der nächste ist. Besitzer von Waffenläden machen beste Geschäfte. Im Internet werden Tipps zur geeigneten Bewaffnung ausgetauscht und Hiobsbotschaften über tatsächliche oder angebliche Überfälle verbreitet. In den Ämtern stapeln sich die Anträge zur Erteilung des Kleinen Waffenscheins, den es braucht, wenn man mit einer Schreckschusspistole das Haus verlassen will. Aber auch scharfe Waffen wollen immer mehr zu ihrem Schutz haben. Bei Schützen- und Schießvereinen geben sich Interessenten die Klinke in die Hand. Jeder will auf den Ernstfall vorbereitet sein. Selbstschutz, ja selbst Waffen seien ein Bürgerrecht, so sagen sie. Doch was passiert mit einer Gesellschaft, in der jeder jedem misstraut und sich selbst bewaffnet? Wenn aus Angst, Wut und schließlich Hysterie wird? Was, wenn das staatliche Gewaltmonopol nicht mehr akzeptiert wird? Drohen Anarchie und Bürgerkrieg oder ist das schlicht übertrieben? Hat nicht ein jeder das Recht, sich zu schützen, wird vielleicht sogar so das Leben sicherer, weil der "wehrhafte Bürger" das schlimmste verhindert oder es Hilfspolizisten und Sicherheitspartnerschaften mit der Polizei gibt, wie schon in Brandenburg praktiziert? Oder wird der "bewaffnete Bürger" nationaler Gesinnung, mit fremdenfeindlichen Stereotypen im Handgepäck nicht doch letztlich zu einer Bedrohung des demokratischen Fundaments, das ein friedliches Zusammenleben bedingt?
Die Dokumentation begleitet Menschen, die Angst haben und nach Sicherheit suchen und jene, die vorgeben, ihnen diese Sicherheit verschaffen zu können.
Film von Clemens Riha und Katja Riha

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 16.09.2016 um 14:30 Uhr auf Phoenix.