Taufe im Autoskooter, Einweihung und Segnung eines Karussells, Seelsorge unterm Riesenrad. Ein Pfarrer, wie man ihn sich vorstellt, ist Conrad Herold nicht. Er ist Seelsorger der Schausteller und Zirkusleute in Thüringen, Sachsen-Anhalt und - je nach Bedarf - auch in Sachsen. Der 59-Jährige lebt in Erfurt, doch in einer Kirche predigt er nur aushilfsweise, wenn ein Kollege ausfällt.
35.000 Kilometer legt er im Jahr zurück, um Gottesdienste, Taufen, Konfirmationen, Geschäftseinweihungen oder Beerdigungen abzuhalten. Meist direkt auf den Festplätzen der Schausteller oder zwischen den Wohnwagen der Zirkusleute. Mit vielen Familien verbindet Conrad Herold ein fast schon freundschaftliches Band. Seine Lockerheit darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass Conrad Herold mit seinen 1,93 m eine Autoritätsperson ist, eben der Gemeindepfarrer, der einen festen Glauben verkörpert. Und er ist da, wenn seine "Familie" ihn braucht. Auch, wenn es manchmal mehrere Stunden Anfahrt kostet.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 11.09.2016 um 07:25 Uhr auf MDR.