Erst das Atomabkommen, dann die Aufhebung der Sanktionen und nun der Wahlerfolg der Gemäßigten. Iran verändert sich schrittweise in Richtung Reformen.
Kaum war bekannt geworden, dass es im Atomstreit zwischen dem Iran und dem Westen eine Einigung gibt, da saßen die ersten europäischen Unternehmer schon im Flugzeug Richtung Teheran. Auch die deutsche Wirtschaft richtet sich auf eine weitere schrittweise Öffnung des iranischen Marktes ein und das sorgt für einige Euphorie. Kein Wunder, Potenzial ist da. Das Land sitzt auf großen Öl- und Gasreserven.
Knapp 80 Millionen Einwohner, eine junge, gut ausgebildete und weltoffene Bevölkerung, eine - für den Nahen Osten - vergleichsweise breite, kaufkräftige Mittelschicht. Solche Eckdaten sind der Stoff für Wirtschaftserfolgsgeschichten. Durch die Brille ausländischer Unternehmen ist Iran ein einziges, großes Versprechen: Nach mehr als einem Jahrzehnt der Isolation gibt es enormen Bedarf an Investitionen.
Die US-Investmentbank Goldmann Sachs glaubt, dass Iran im Ranking der großen Volkswirtschaften in kurzer Zeit auf Platz 12 aufsteigen wird. Da reiben sich viele Investoren die Hände. Nach dem Ende der Sanktionen kann Iran Öl und Gas wieder gegen Euro und Dollar verkaufen. Wenn jetzt noch die Banken Iran-Geschäfte ermöglichen könnte das Land wieder Teil des internationalen Wirtschaftskreislaufes werden.
Und wie sehen die Iraner das? makro-Reporterin Katrin Sandmann geht in ihrer Dokumentation dieser Frage nach. Überall im Land trifft sie Iraner, die nach Jahrzehnten im Exil voller Hoffnung und Ideen in die alte Heimat zurückkehren. Und dort die Folgen jahrelanger politischer und wirtschaftlicher Isolation erleben müssen: Korruption, Misswirtschaft in Staatsbetrieben, Rechtsunsicherheit und hohe Jugendarbeitslosigkeit. Die lässt vor allem junge, gut ausgebildete Iraner weiterhin voller Hoffnung auf Europa oder die USA blicken.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 24.08.2016 um 18:00 Uhr auf Phoenix.