Der 3D-Drucker läutet die nächste industrielle Revolution ein - da sind sich führende Ökonomen und Politiker sicher. Wird diese Technologie den hohen Erwartungen gerecht? Wie könnte der 3D-Druck unsere globale Wirtschaft und unseren Alltag revolutionieren? Sara Bildau geht diesen Fragen im Phoenix Thema "Faszination 3D-Druck" nach. Unter anderem spricht sie mit Peter Sander von Airbus über ausgedruckte Flugzeugteile, die bereits jetzt mit an Bord sind. Im Klinikum Dortmund erfährt sie von Prof. Christian Lüring alles über "das Knie aus dem Drucker".
Schnell wird klar: Produkte aus dem 3D-Drucker finden wir schon jetzt in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens. Wo haben sie bereits ihre Spuren hinterlassen und welche Vor - und Nachteile bringen sie mit sich? Kevin Neugebauer vom Start-up-Unternehmen myprintoo zeigt der phoenix-Moderatorin, wie einfach es ist, mit dieser Technologie selbst zur Produzentin zu werden. Doch dürfen wir wirklich alles ausdrucken, was wir möchten? Die Rechtssituation rund um den 3D-Druck erörtert sie mit Rechtsanwalt Christian Solmecke.
Darin die Dokumentation:
* 3D-Druck - Revolution aus der Düse
Film von Anna Grün
Ökonomen erwarten durch den 3D-Druck eine neue industrielle Revolution. Die Technik gibt es zwar schon seit 30 Jahren, doch die Geräte waren bis vor Kurzem noch unerschwingliche Ungetüme. Heute sind die Drucker weder größer noch teurer als ein PC.
Sie gehen den selben Weg wie einst die Computer: von den Großbetrieben auf den Schreibtisch. Produkte aus 3D-Druckern gehören bereits zum Alltag. Tausende Deutsche haben Zahnkronen im Mund, die aus dem Drucker kommen. Senioren tragen Hörgeräte, deren Außenschale gedruckt ist. Flugzeuge enthalten gedruckte Bauteile. Aber das ist nur der Anfang.
Auch die erste funktionsfähige Waffe ist bereits gedruckt worden, ihre Baupläne sind im Internet verfügbar. Und da sie komplett aus Plastik ist, können herkömmliche Detektoren sie nicht entdecken. So wie sich heute Musik und Bücher aus Datenbanken herunterladen lassen, so wird es in Zukunft Konstruktionsbauteile zum Ausdrucken geben. Egal wie alt die Waschmaschine oder der Staubsauger sind - das eine kleine Bauteil, das oft eine Reparatur unrentabel macht, weil es entweder nicht mehr verfügbar oder nur zu großen Kosten nachbestellt werden kann, wird sich in Zukunft ganz einfach ausdrucken lassen.
Entweder zu Hause oder in Print-Shops, die wie Copy-Shops die Wartung und Pflege der Drucker übernehmen werden. Der 3D-Druck wird die Herstellungskosten für Produkte "zum Anfassen" senken und damit hunderttausenden Firmen weltweit den Zugang zum Markt ermöglichen. In Zukunft werden kleine und mittlere Unternehmen die Branchenriesen herausfordern, und sie werden Teile der Produktion dorthin zurückverlagern, wo die Produkte gebraucht werden. Ist das das Ende der Ära "Made in China"?
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 12.08.2016 um 10:30 Uhr auf Phoenix.