ESC zum Schließen · Enter zum Suchen

Ich war es nicht!

Zwei Urteile und viele Zweifel
Samstag, 13.08.2016 03:45 Uhr
Phoenix
Samstag
13.08.2016
03:45 Uhr
Teilen:
Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

J 73.03.3 - diese rätselhafte DNA-Spur verbindet mit einem Abstand von 25 Jahren zwei grausame Verbrechen. Für jede Tat wurde ein Täter verurteilt. Beide beteuern immer wieder ihre Unschuld. Werner Mazurek (66) soll ein Mädchen entführt haben. Es starb dabei. Das Urteil: lebenslange Haft. Benedikt Toth (41) soll aus Geldgier seine Tante auf brutalste Weise erschlagen haben. Das Urteil: lebenslange Haft. Seit zehn Jahren sitzt er in der JVA Straubing. Eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ist bei Benedikt Toth wegen festgestellter Schwere der Schuld unmöglich.
1981, bei der Entführung der zehnjährigen Ursula Herrmann, die dabei qualvoll in einer Kiste erstickte, fand sich die mysteriöse DNA-Spur J 73.03.3 an einer Schraube dieser Kiste. 2006 wird in München die Parkhausbesitzerin Charlotte Böhringer ermordet. An einem Glas in ihrer Spülmaschine findet sich die gleiche DNA, auch am Knauf einer Kommode.
Auf keinen der beiden Männer, weder auf Mazurek noch auf Toth, passt die ungeklärte DNA. Es wird auch geprüft, ob diese Spuren vielleicht erst am Tatort durch einen der Ermittler entstanden sind. Das Ergebnis ist negativ. Was also hat es mit dieser DNA auf sich? Beide Verdächtigen werden in einem Indizienprozess als Täter verurteilt, obwohl sie von Anfang an das Gleiche sagen: "Ich war es nicht!" Vor Gericht hilft ihnen das nicht.
Fehlurteil oder Justizirrtum? Den Lügendetektor-Test, dem sich beide nach der Verurteilung stellten, haben sie mit Bravour bestanden - eine Methode, die jedoch in deutschen Strafverfahren noch immer nicht anerkannt ist.
Der Film in der Reihe "37º" geht diesen beiden Geschichten nach, beleuchtet Indizien und hinterfragt vom Gericht konstruierte Zusammenhänge. Recht oder Unrecht? Wie kann man solch eine lange Haftzeit überstehen, wenn die behauptete Nicht-Schuld tatsächlich stimmen sollte? Es sind nicht nur Familie oder Freunde, die mit guten Gründen für die beiden Verurteilten eintreten. Auch ein Ermittler, ein Rechtsexperte, beide Verteidiger und selbst der Bruder des toten Mädchens zweifeln, ob die richtigen Täter hinter Gittern sind. Regisseur Gunther Scholz hat mit vier Filmen über Jahre das Schicksal des unschuldig verurteilten Harry Wörz begleitet das Fehlurteil musste vom BGH kassiert werden. Erneut stellt Scholz sich diesem Thema, ohne endgültige Gewissheit liefern zu können. Was aber, wenn die beiden Verurteilten tatsächlich die Wahrheit sagen?
Film von Gunther Scholz aus der Reihe "37 Grad"

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 13.08.2016 um 03:45 Uhr auf Phoenix.