Noch sind Deutschlands Äcker praktisch gentechnikfrei, selbst die Forschung an genverändertem Saatgut ist auf dem Rückzug, aber das könnte sich bald ändern. In den letzten beiden Jahren wurde eine Technologie entwickelt, die alles bisher Dagewesene auf den Kopf stellt: CRISPR/Cas 9. Genetische Manipulationen lassen sich mit diesem "Genome editing" zielgerichtet und sehr einfach durchführen. Während es mit klassischer Gentechnik sehr aufwendig ist, zum Beispiel eine Herbizidresistenz zu erzeugen, lassen sich mit CRISPR neue Sequenzen am Computer designen.
Die Wunschliste der Pflanzenzüchter nach neuen Eigenschaften dürfte damit schnell wachsen. Außerdem lassen sich die Ergebnisse nicht von klassischer Züchtung unterscheiden. Die neue Technologie kann großartige Chancen bringen, gleichzeitig wird sie die Auseinandersetzungen um gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere verschärfen: Wie kann garantiert werden, dass sich die Veränderungen nicht in den Wildbestand auskreuzen? Wie transparent bleiben die Verfahren? Welche Eingriffe sollen überhaupt erlaubt sein? Wie kann das Risiko unerwünschter Veränderungen kontrolliert werden? Alles deutet darauf hin, dass das Designen von Pflanzen und Tieren bald einen ganz neuen Status erreichen wird. In "nano spezial: Züchters Traum" begegnet Ingolf Baur Befürwortern und Gegnern des "Genome Editing". Er besucht die Labore der entscheidenden Player beim Design von Nahrungspflanzen und Zuchttieren.
Reportage von Ingolf Baur
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 17.08.2016 um 15:30 Uhr auf EinsPlus.