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Wem gehört die Mosel? - Wo die deutsch-luxemburgische Grenze wirklich verläuft
Dienstag, 16.08.2016 10:20 Uhr
SR
Dienstag
16.08.2016
10:20 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Jedes Kind in der Region weiß, dass an der Mosel Luxemburg und Deutschland aneinandergrenzen. Westliche Flussseite Luxemburg, östliche Deutschland, die Grenze in der Mitte. So sieht das auf nahezu jeder Landkarte aus. Ganz normal. Ist aber falsch! Richtig ist: Zwei Grenzlinien, an jedem Ufer eine. Die Mosel gehört also Deutschland und Luxemburg zugleich - ein sogenanntes Kondominium - und wird seit rund 200 Jahren gemeinschaftlich verwaltet und kontrolliert. Beschlossen wurde das Kondominium auf dem Wiener Kongress 1815. Auf knapp 130 km verläuft es von Perl/Schengen entlang der Grenzflüsse Mosel, Sauer und Our und hat unter anderem zwei Weltkriege überstanden.
Warum? Ganz offensichtlich, weil es sich bewährt hat. Denn die Zugehörigkeit zu beiden Ländern bedeutet, dass auf dem Fluss luxemburgisches und deutsches Recht gilt, was bei weitem nicht immer deckungsgleich ist. Das Prinzip lautet: Alles muss gemeinschaftlich oder in gegenseitiger Abstimmung erledigt werden, seien es Polizeiarbeit, Bergungen nach Unfällen, Brücken- und Kraftwerksbau oder auch die Versorgung verletzter Tiere. Für nationale Egoismen ist da kein Platz, denn keine Seite kann über den Kopf der anderen hinweg entscheiden. Das hat Modellcharakter in einer Zeit, in der immer mehr Grenzen wieder durch Mauern und Stacheldraht abgeschottet oder aber mit Waffengewalt umkämpft werden. Ein Film über tägliche Normalität, die in Wirklichkeit etwas ganz besonderes ist.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 16.08.2016 um 10:20 Uhr auf SR.