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Thema: GrenzTour Ostsee

Moderation: Marlon Herrmann und Eva Wormit
Mittwoch, 03.08.2016 10:30 Uhr
Phoenix
Mittwoch
03.08.2016
10:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Als Deutschland vor über 25 Jahren zum ersten Mal den Tag der Deutschen Einheit feierte, blieb die Insel Usedom geteilt. Denn der Zwei-plus-Vier-Vertrag bestimmte auch endgültig die Grenze zwischen Deutschland und Polen. Bis heute ist Usedom zur einen Hälfte deutsch und zur anderen polnisch. Seit Polens Beitritt zur EU 2004 und dem Schengen-Abkommen 2007 wurde diese Grenze jedoch nach und nach aufgelöst.
Marlon Herrmann und Eva Wormit gehen in der "Grenztour Ostsee" der Frage nach, welche Chancen und Probleme das mit sich bringt.
Herrmann trifft die Geschäftsführerin der Usedom Tourismus GmbH, Dörthe Hausmann, die über die Veränderungen der Insel seit den beiden Grenzöffnungen spricht. Darüber hinaus reist er in die strukturschwachen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns und spricht mit der parteilosen Bürgermeisterin von Pasewalk. Sandra Nachtweih kämpft gegen den aufkommenden Rechtsextremismus in ihrer Stadt und versucht, der Jugend Perspektiven aufzuzeigen. Auf der polnischen Seite der Grenze fährt Eva Wormit in die ehemalige Hansestadt Stettin, die heute noch den größten Ostseehafen der Region beherbergt. Sie trifft außerdem den deutschen Kabarettisten und Autoren Steffen Möller, der seit 1994 in Polen lebt und arbeitet.
In der Sendung die Dokumentation:

* Die großen Seebäder - Usedom

Film von Elke Sasse und Ulricke Neubecker
Usedom, drei Autostunden von der Hauptstadt entfernt, ist die "Badewanne Berlins". Kilometerlange Sandstrände lockten schon Ende des 19. Jahrhunderts illustre Badegäste hierher. Die ließen in Strandnähe Sommervillen bauen und prägten die Architektur der Seebäder. Die Damen präsentierten die neueste Kleidermode auf der Strandpromenade, gebadet wurde zunächst getrennt in "Frauen- und Männerbädern" und später gemeinsam in "Familienbädern". Heute wirbt die Insel mit den Überbleibseln der "Kaiserbäder", vor allem mit den restaurierten Villen, den langen Promenaden und den weißen Stränden mit den Strandkörben im alten Stil.
Aber dazwischen liegt die DDR-Geschichte, in der Usedom zum Volksbad mit Zeltplatz- und FKK-Kultur wurde. Der Film gibt Einblick in Geschichte und Gegenwart der Urlaubsinsel, begleitet einen Strandkorbverleiher ebenso wie den Pagen und Wagenmeister eines 5-Sterne-Hotels und eine Promenadenfegerin.
Das Hinterland der Insel ist im Kontrast zu den Seebädern ein Ort der Stille und Beschaulichkeit. Die Bewohner bestellten die kargen Felder, fingen Fische und wohnten in Reet gedeckten Häusern zwischen Wiesen und Wäldern. Hier begegnen wir einem Schilfrohrschneider, einem Rohrdachdecker, einem Fischer und einem Naturforscher. Der Koch eines Luxushotels hat hier einen Rückzugsort gefunden und gleichzeitig eine Fundgrube für Kräuter, die er in seiner Küche verarbeitet.
Nach dem Krieg verlief eine gut bewachte Grenze zwischen dem deutschen Seebad Ahlbeck und dem polnischen Swinoujscie. Inzwischen sind die Grenzanlagen abgebaut. Eine Modedesignerin überquert täglich mit dem Fahrrad die nun durchlässige Grenze. Junge Kite-Surfer bleiben lieber auf der polnischen Seite, dort geht es nicht so gesetzt zu, denn auch spät am Abend ist hier auf der Promenade noch was los.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 03.08.2016 um 10:30 Uhr auf Phoenix.