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Der Südwesten von oben - Das Saarland

Donnerstag, 04.08.2016 21:00 Uhr
SR
Donnerstag
04.08.2016
21:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Seinen historischen Aufstieg erlebte das heutige Saarland nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871. Bergwerke und Stahlhütten zogen immer mehr Menschen an die Saar. Die Bodenschätze machten das Land aber auch zu einer begehrten Beute. Noch weit in die 1950er Jahre hinein war die junge Bundesrepublik für die Saarländer Ausland; ihre Währung war der alte Franc. Erst 1956 wurde die saarländische Staatszugehörigkeit abgeschafft und im Januar 1957 erfolgte der Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland. So gesehen fand die "erste deutsche Einheit" im Westen statt. Die Film-Reise durch das kleinste der deutschen Flächenbundesländer führt diese Brüche und historischen Spuren vor Augen.
Am Hunsrück bei Nonnweiler ist der Hunnenring nur aus der Luft in seinen Dimensionen zu erkennen. Nicht nur die Kelten haben ihre Spuren im Saarland hinterlassen. Weltweit gibt es keine zweite so vollständig rekonstruierte Römervilla wie die Römervilla Borg bei Perl. Der Film überrascht mit Helikopter-Aufnahmen, die selbst viele Saarländer so noch nicht gesehen haben, etwa von der stillgelegten Völklinger Hütte, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde, oder der noch in Betrieb befindlichen Dillinger Hütte. Aus der Luft zeigt sich die Symbolhaftigkeit, die Eisen und Stahl für die saarländische Industriegeschichte besitzen, am eindrücklichsten. Von der einstigen Bedeutung Kohlebergbaus erzählen künstliche Berge, geformt aus Abraum, insgesamt zweiundvierzig an der Zahl. Seit 40 Jahren steckt das Saarland im Strukturwandel; auch die zunehmende Nutzung von Sonnen- und Windenergie zeigt sich aus der Luft. Beeindruckend von oben, wenn auch gering die Bedeutung: die Nutzung von Wasserkraft, etwa in Rehlingen.
Die unverwechselbare Landmarke des Bundeslandes ist jedoch die Saarschleife, die sich elegant um einen bewaldeten Hügel spannt. Von dort nur es ein Katzensprung nach Mettlach, wo eine ehemalige Benediktinerabtei den Hauptsitz der Porzellandynastie Villeroy & Boch beherbergt. Richtung Luxemburg hat das Saarland auch ein paar Kilometer Moselufer abbekommen; und auf der anderen Seite der Grenze liegt ein idyllisches Winzerdorf, das große europäische Geschichte geschrieben hat: Schengen. Über die Saar, die nicht zuletzt die Karriere des Saarlandes in der Montanunion begründete, nähert sich der Film den Städten. Auch der Name der Landeshauptstadt hat mit dem Fluss zu tun: Saarbrücken. Ihre malerische Altstadt mit dem St. Johanner Markt und dem Brunnen des Barockbaumeisters Stengel stehen für das, was Besucher aus anderen Bundesländern oft als "Klein-Frankreich an der Saar" fasziniert.

Regie: Peter Bardehle\nDrehbuch: Peter Bardehle, Myrna Brinkmann\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 04.08.2016 um 21:00 Uhr auf SR.