Der Nil entspringt im Innern Afrikas und erstreckt sich über mehr als 6.500 Kilometer. Wer den Fluss von der ägyptisch-sudanesischen Grenze bis zu seinem Delta am Mittelmeer verfolgt, vor dem breitet sich die Geschichte uralter Zivilisationen aus. Wichtige Stationen sind die beiden 3.200 Jahre alten Felsentempel von Abu Simbel, die zum Ruhm von König Ramses II. und seiner Frau Nefertari errichtet wurden. Bei Luxor sind die Königsgräber im Tal der Könige, der Karnak-Tempel und die Ruinen von Theben zu bewundern, das die Pharaonen vor 4.000 Jahren zu ihrer Residenzstadt machten. Noch immer bergen die Städte längs des Nils viele Geheimnisse.
Die Felukken mit ihren Dreieckssegeln, die heute noch auf dem Nil verkehren, erscheinen wie Zeugen vergangener Zeiten. So sehr sich Ägypten auch verändert hat, der Nil ist nach wie vor Lebens- und Hauptverkehrsader. Früher verwandelten sich seine Ufer durch das jährliche Hochwasser in fruchtbare Auen. Heute liefern Staudämme zwar Strom, aber sie halten auch den natürlich düngenden Flussschlamm zurück, so dass der Boden oft künstlich gedüngt werden muss.
Der Assuan-Hochdamm, Wahrzeichen der Befreiung Ägyptens von westlicher Vorherrschaft, staut den Nil zum riesigen Nassersee auf. Allerdings wurden dabei auch die antiken Spuren und Zeugnisse Unternubiens, des Reichs der "schwarzen Pharaonen", in den Fluten versenkt.
Viele Ägypter betrachten den Nil, Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart, als ihre eigentliche Heimat. Denn gestern wie heute ist Ägypten "ein Geschenk des Nils".
Quell des Lebens, Verkehrsweg, geteiltes oder umkämpftes Kulturerbe, wilde Natur und großzügiger Quell von Elektrizität: kein Fluss gleicht dem anderen. Die siebenteilige Dokumentationsreihe "Flüsse der Welt" porträtiert die großen Ströme der Erde in ihrer beeindruckenden Einzigartigkeit.
In großartigen HD-Aufnahmen werden die Flüsse an ihren schönsten Stellen gezeigt, von der kleinen Quelle über die reißenden Stromschnellen zum breiten Fluss oder stillen See über die Wasserfälle bis zum Delta. Dabei sind die gezeigten Wasserwege nicht immer die bekanntesten Flüsse.
An ihren Ufern siedeln seit Jahrtausenden Menschen, deren Leben und reiche Kultur nur durch die großen Ströme möglich war und ist. Die Dokumentationsreihe zeigt die Menschen, die heute dort leben und die untrennbar mit den Flüssen verbunden sind.
Den Kommentar zur deutschen Reihe spricht Christian Brückner.
Film von Thierry Vincent de Lestrade
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 19.07.2016 um 15:00 Uhr auf Phoenix.