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Abenteuer Erde: Sambesi - Der donnernde Fluss (2)

Film von Michael Schlamberger
Dienstag, 26.07.2016 20:15 Uhr
WDR
Dienstag
26.07.2016
20:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Im Wechsel von Trocken- und Regenzeit verändert er ständig sein Gesicht, wird vom dünnen Rinnsal zum riesigen Überschwemmungsgebiet. Doch 1.000 Kilometern von seiner Quelle im Hochland von Sambia entfernt vollzieht er seine wohl faszinierendste Verwandlung. An der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe erreicht er eine Landschaft, die vor Jahrmillionen von Vulkanausbrüchen zernarbt wurde. Der mächtige Fluss wird zu einem aufgewühlten Wildwasser. Mehr als einhundert Meter stürzt es über die Viktoria-Fälle in die Tiefe. Bis zu 550 Millionen Kubikmeter Wasser in der Minute rasen über den Felsabriss.
Tief hat sich der Fluss in das Vulkangestein eingegraben und bildet eine 160 Kilometer lange Schlucht. Ganze Kolonien Scharlachspinte bauen Nisthöhlen in die Wände, Löwen lauern durstigen Wasserbüffeln auf, und im Wasser fühlen sich Flusspferde wohl. Sie gehören zu den häufigsten Großtieren entlang des Flusses.
In weiten Teilen bestimmen Wetter und Landschaft hauptsächlich den Charakter des Sambesi. Unterhalb der Viktoriafälle allerdings kamen Mitte des letzten Jahrhunderts andere Mächte ins Spiel. 1959 wurde die Kariba-Talsperre fertiggestellt. Der Kariba-Stausee ist mit einer Länge von 220 Kilometern der zweitgrößte künstliche See der Welt.
Unterhalb des großen Damms werden die Ebenen, die Mana Pools, von Hand geflutet. Diese Wasserstellen sind ein Treffpunkt für viele Tiere, darunter die seltensten Raubtiere des Schwarzen Kontinents: Afrikanische Wildhunde. Nur das dominante Paar bekommt Nachwuchs; die übrigen Tiere des Rudels sind in der Regel Brüder des Rüden und Schwestern der Hündin.
Von weit her kommen auch Elefanten aus den ausgetrockneten Savannenwäldern zu den Mana Pools. Auf dem Höhepunkt der Trockenzeit wird die Nahrungssuche für die gewaltigen Tiere immer schwieriger. 200-300 Kilogramm müssen sie pro Tag fressen.
Auf seinem letzten Teil der Reise, in Mosambik, nimmt der Sambesi Kurs Richtung Südost. Bevor er auf den Indischen Ozean trifft, verästelt sich der Fluss in ein riesiges Delta aus Mangrovensümpfen mit großen und kleinen Kanälen. Der Bullenhai ist als eines von ganz wenigen Tieren in der Lage, zwischen den Welten aus Salz- und Süßwasser zu pendeln. Vor dem Bau des Kariba Damms wanderten einige Exemplare bis 1.000 Kilometer den Fluss hinauf.
Wie der Rest von Afrika war auch der Sambesi in den vergangenen 100 Jahren großen Veränderungen durch den Menschen unterworfen. Seinen gewaltigen Einfluss auf die Lebensrhythmen seiner Anrainer aber hat der wilde Strom des schwarzen Kontinents bis heute nicht verloren.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 26.07.2016 um 20:15 Uhr auf WDR.

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26.07.2016 20:15WDR