Es ist ein "Riesen-Umzug" - in jeder Hinsicht - bei fast zwei Tonnen Gewicht pro Exemplar, dabei hoch sensibel und äußerst gefährlich: Die Umsiedlung von 32 Spitzmaulnashörnern aus Südafrika nach Tansania, in den Serengeti-Nationalpark. Die Tiere sind Nachkommen von Nashörnern, die 1962 aus Kenia nach Südafrika gebracht wurden, um sie dort vor der Wilderei in Ostafrika zu schützen.
Tierarzt und Nashorn-Flüsterer Pete Morkel und sein Team müssen die Tiere per Helikopter aufscheuchen und ihnen aus der Luft eine Betäubungsspritze in die dicke Haut schießen. Dann werden sie als Schwergut in Containern auf LKWs geladen und in ein Hochsicherheits-Gehege gebracht. Dort dürfen sie sich vor dem Flug nach Tansania erstmal wieder von dem Schrecken erholen. "Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter", sagt Pete Morkel, und den studiert er genau, bevor er seinen "Rhinos" das Flugrisiko zumutet.
1970 lebten noch 65.000 ostafrikanische schwarze Spitzmaulnashörner. Aber in den 1980er und 1990er Jahren wurden so viele erschossen, dass der Bestand auf unter 2.000 sank. Allein in Kenia haben Wilderer über 90 Prozent der Nashornpopulation ausgelöscht. Ähnlich ist die Situation in Tansania. Deswegen haben sich Tierärzte, Naturschützer und Geldgeber zusammen getan, um die bisher größte Rettungsaktion für eine bedrohte Tierart durchzuführen. Unter ihnen auch die Fachleute der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft (ZGF), die bis 1987 von Bernhard Grzimek geleitet wurde. Das sogenannte "Serengeti Rhino Repatriation Project" ist eines ihrer größten Zukunfts-Projekte in der Serengeti.
Der Umzug der Spitzmaulnashörner von Südafrika nach Ostafrika ist ein Wettlauf mit der Zeit. Denn auch in Südafrika werden die Tiere in den letzten Jahren von mafia-ähnlichen Banden brutal gewildert. Sie verkaufen das Horn der Ur-Tiere für hohe Summen an ostasiatische Kunden, die es zu Pulver verarbeiten. Ein begehrtes Wundermittel für Scharlatane.
Als Pete Morkel den Flug mit seinen Schwergewichten schließlich wagt, beginnt die gefährlichste Etappe des Umzugs. Kein Tier darf zu früh aufwachen, keines darf krank werden. Morkel und sein Team stehen unter Hochspannung. Als dann das Flugzeug auch noch halb im Schlamm versinkt, hilft nur noch afrikanische Gelassenheit ... "Länder, Menschen, Abenteuer" hat den riskanten und aufwändigen Transport begleitet - vom Einfangen bis zum Auswildern.
Aus der Reihe "Länder - Menschen - Abenteuer"
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 24.07.2016 um 15:30 Uhr auf EinsPlus.