Arwen hat zwei Mütter und zwei Väter. Doch damit nicht genug: Die Fünfjährige hat auch noch vier Großmütter und vier Großväter. Liebevolle Zuwendung, individuelle Förderung und finanzielle Absicherung genießt Arwen im Überfluss. Filmautor Frieder Käsmann begleitet Arwen und ihre Regenbogenfamilie durch den Alltag.
Regenbogenfamilie ist der Begriff für Formen des Zusammenlebens von Lesben und Schwulen und ihren Kindern. Die Konstellationen sind vielseitig: Es gibt Paare, die sich durch Adoption oder künstliche Befruchtung ihren Kinderwunsch erfüllen oder Paare, die Kinder aus ihren vorherigen heterosexuellen Partnerschaften mitbringen. Und es gibt Familien wie die von Arwen, die aus einem Lesbenpaar und zwei in eingetragener Partnerschaft lebenden Schwulen besteht.
Nathalie, eine der beiden lesbischen Frauen, ist Arwens leibliche Mutter, einer der schwulen Männer, Thorsten, ihr leiblicher Vater. Eine Zweitmutter und ein Zweitvater gehören ebenso zu dieser modernen Münchner Großfamilie wie die vielen dazugehörigen Verwandten. Arwen hat mehr erwachsene Bezugspersonen, die sich um sie kümmern und sie fördern als ein Kind aus einer normalen Kleinfamilie oder gar das Kind eines oder einer Alleinerziehenden.
Regenbogen-Eltern sind, wie verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, überdurchschnittlich gebildet und wirtschaftlich gut abgesichert. Eine aktuelle Studie der Stadt Köln bescheinigt Kindern wie Arwen besonders hohe Bildungschancen und bessere Aussichten auf eine überdurchschnittlich erfolgreiche Erwerbsbiografie. Eine Studie des Bundesjustizministeriums zu homosexuellen Eltern kommt zu dem Ergebnis: "Da, wo Kinder geliebt werden, und wo sie verlässliche Bezugspersonen haben, wachsen sie auch gut auf."
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 23.07.2016 um 07:45 Uhr auf Einsfestival.