Einer jahrhundertealten buddhistischen Tradition folgend pilgert ein Mönch langsamen Schrittes durch die belebten Straßen von Marseille. Er erscheint wie eine Wiedergeburt Xuanzangs, jenes chinesischen Mönchs aus dem 7. Jahrhundert, der für seine Disziplin berühmt war und auf der Suche nach der "Leere" 17 Jahre durch Asien wanderte. Der Dokumentarfilm erweckt den Geist Xuanzangs zum Leben und erinnert 14 Jahrhunderte nach seinem Tod an die Schönheit, die aus Langsamkeit und Besinnlichkeit erwachsen kann.
Der Mönch in dem Film des Filmemachers Tsai Ming-liang ist in ein rotes Gewand gehüllt, das in starkem Kontrast zu der ihn umgebenden Stadt steht. Gebeugten Hauptes schreitet der Mönch langsam voran, konzentriert und ganz versunken in die Präzision und Schlichtheit seiner Bewegungen. Die Begegnung mit anderen Menschen geschieht nicht über Gespräche oder direkten Kontakt, sondern durch die reine Anwesenheit und dadurch, dass man dieselbe Luft atmet und im selben Moment lebendig ist.
Der Dokumentarfilm war auf der Berlinale 2014 in der Sektion "Panorama" zu sehen.
Mit: Lee Kang-sheng, Denis Lavant\nRegie: Tsai Ming-liang\nProduzent: ARTE F\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 18.07.2016 um 23:35 Uhr auf arte.