Aus deutscher Sicht ist die Entführung der "Landshut" und die Befreiung ihrer Passagiere im Oktober 1977 die spektakulärste Flugzeugentführung. In ihrem Schatten verschwindet eine andere, international folgenreiche Entführung, die ein Jahr früher passierte - und in der Deutsche eine höchst zwiespältige Rolle spielten.
Anfang Juli 1976 wird ein Flugzeug der Air France auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris von vier bewaffneten Personen entführt und ins ugandische Entebbe umgeleitet.
Dort angekommen trennen die Luftpiraten - die Anführer sind Deutsche – mit vorgehaltener Waffe die jüdischen von den nicht-jüdischen Passagieren. Letztere werden freigelassen, alle jüdischen Passagiere, gleich welcher Staatsangehörigkeit, bleiben an Bord.
Die Entführer fordern die Freilassung von 53 Gefangenen überwiegend aus deutschen und israelischen Gefängnissen, bei denen es sich mehrheitlich um Linksterroristen handelt. Das Terrorkommando droht damit, nach Ablauf einer Frist von vier Tagen alle verbliebenen Geiseln zu erschießen.
Die Nachricht von diesem Vorgang erreicht wenig später über den israelischen Geheimdienst Mossad den Krisenstab in Tel Aviv. Israel wird aktiv: "Selektion von Juden - Nie wieder!". Eine beispiellose Befreiungsaktion weit entfernt der Heimat beginnt.
Der Autor Thomas Ammann rekonstruiert in seiner Dokumentation minutiös den Ablauf des Geschehens. Der französische Pilot, der sich während der Entführung heldenhaft an die Seite der jüdischen Passagiere gestellt hat, spricht erstmals öffentlich über die Ereignisse von damals. Mit ihm erinnern sich gerettete Geiseln und israelische Politiker an die dramatischsten Stunden ihres Lebens.
Film von Thomas Ammann
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 05.07.2016 um 07:30 Uhr auf Phoenix.