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Anschluss verpasst - Die Bahn und die Kunden
Donnerstag, 14.07.2016 08:45 Uhr
EinsPlus
Donnerstag
14.07.2016
08:45 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Bei den Fahrpreisen blicken viele nicht mehr durch, nicht nur am Automat. Verloren im Tarifdschungel kaufen die Bahnkunden oft auch am Schalter zu teure Tickets: 33 Euro hat eine Kundin für ihre Fahrkarte im Reisezentrum Stuttgart bezahlt. Die Preisfüchse von "Pro Bahn" und "Bahn für alle" zeigen ihr, wie sie ein Ticket für dieselbe Fahrt im selben Zug für 19 Euro bekommt. Das Angebot kannte der Verkäufer am Schalter gar nicht. Die günstigsten Zugfahrkarten findet das Kamerateam ausgerechnet auf den Angebotsseiten der schärfsten Konkurrenz der Deutschen Bahn, bei den Reisbusunternehmen. Gleichzeitig werden immer mehr Schalter geschlossen und Bahnhöfe dicht gemacht.
Manche Bahnhöfe lässt der Staatskonzern auch einfach vergammeln, zum Beispiel Karthaus, südwestlich von Trier. Diesen Bahnhof hat die DB AG völlig verkommen lassen, obwohl hier viele Regionalzüge fahren und der Steuerzahler auch in Karthaus für jeden Halt Geld an die Bahn bezahlt, so wie überall.
Bahnchef Rüdiger Grube sagt dem verdutzten Reporter im Interview, es dauere noch "32 Jahre, um mit allen Bahnhöfen dorthin zu kommen, wo wir eigentlich sein möchten." Dafür könne sich die Bahn in Puncto Pünktlichkeit sehen lassen, so der Bahnchef. Tatsächlich schneidet die Bahn hier nach ihren Statistiken gar nicht schlecht ab. "betrifft" hat sich damit nicht zufrieden gegeben und herausgefunden, mit welchen Tricks die Bahn ihre Statistiken aufbessert.
Eine Bahn-interne Untersuchung, die "betrifft" einsehen konnte, zeigt: das Problem bei geringen Verspätungen sind oft die Anschlüsse: Die Bahn ist nur 5 Minuten zu spät, aber der nächste Zug ist schon weg. So verpassen die Reisenden beim Umsteigen den Anschluss und kommen mitunter Stunden zu spät an. Aber das verschweigt die offizielle Statistik der Bahn.
Besonders ärgerlich für die Fahrgäste: Viele Verspätungen kommen durch sogenannte Langsamfahrstellen. Hier muss der Lokführer abbremsen, weil etwas an der Strecke nicht in Ordnung ist. Die Bahn bessert aber oft nicht aus, sondern wartet einfach ab, bis ein Gleis, eine Brücke, ein Bahnübergang oder ein Bahnhof so marode ist, dass nur noch ausgetauscht oder komplett saniert werden kann. Dafür muss dann nicht die Bahn bezahlen, sondern der Bund.
Etliche schwerwiegende Verletzungen von Sicherheitsanforderungen gehen auf diese verschleppten Ausbesserungsarbeiten zurück. Die Doku zeigt, wie oft das Eisenbahnbundesamt einschreiten musste, weil Lebensgefahr bestand.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 14.07.2016 um 08:45 Uhr auf EinsPlus.