Totholz schafft Leben. Wie vielfältig und lebendig dieser Lebensraum ist, ist vielen Waldbesuchern aber nicht bewusst.
Hobbytierfilmer Günther Wiese möchte diesen Naturraum mit Pilzen, Käfern und Vögeln einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen. Ausgerüstet mit einer Videokamera und viel Geduld kauert er sich in das Unterholz der norddeutschen Wälder und erhält so atemberaubende Einblicke in eine oftmals verborgene Welt.
So gelingt es ihm, eine Riesenholzschlupfwespe zu filmen, wie sie mit ihren Fühlern die Larve eines Bockkäfers ortet, die tief im toten Stamm lebt. Mit ihrem hauchdünnen Bohrer durchdringt sie das morsche Holz und platziert ihr Ei direkt in die Larve des Käfers.
In einem "aufgeräumten" Wald hätte es diese Szene nicht gegeben. Seit 20 Jahren gibt es in Niedersachsen ein Umdenken. Seither darf totes Holz vielerorts liegen bleiben. Waldökologe Thorsten Späth ist vom Erfolg des Programms überzeugt. Er vermutet sogar, dass sich Wildkatzen dank der totholzreichen Wälder auch nördlich des Harzes ansiedelt haben. Mit einem kleinen Trick will er nachweisen, dass die Wildkatze tatsächlich schon ansässig ist.
Die Dokumentation aus der Reihe "NaturNah" zeigt die Artenvielfalt eines unterschätzten Naturraums.
Produktion: Stephan Helms\nAutor: Jörg Hinners\nRedaktionelle Leitung: Marlis Fertmann\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 13.07.2016 um 13:00 Uhr auf NDR.