In "Die Folgen der Tat" setzt sich Julia Albrecht mit den Auswirkungen einer folgenschweren Entscheidung ihrer Schwester Susanne auseinander. Diese war am 30. Juli 1977 am RAF-Attentat auf den Dresdner-Bank Chef Jürgen Ponto beteiligt. Die enge Freundschaft zwischen den Familien Albrecht und Ponto hatte Susanne Albrecht den Zugang zum Hause Ponto ermöglicht. Für den Tattag hatte sie sich zu einem Besuch angemeldet. Sie kam in Begleitung von Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt, die Jürgen Ponto zunächst bedrohten und dann erschossen. Julia war damals 13 Jahre alt. Die Tat der RAF-Terroristen erschütterte die Bundesrepublik umso mehr, als sie als Anschlag auf Vertrauen, Moral und Anstand gewertet wurde.
Bis heute setzt sich die Familie Albrecht immer wieder mit dem Geschehenen auseinander. Julia Albrecht gelang es, ihre Mutter und ihren Bruder Matthias zu überzeugen, vor der Kamera über die Tat und deren Folgen zu sprechen, die Susanne Albrecht vor fast 40 Jahren in Gang setzte, und die sich so tief in das Selbstverständnis der Familie eingegraben hat. Es war kein leichter Weg für sie. Die intensive Beschäftigung mit der Erinnerung, dem erneuten Versuch, das Unverständliche zu verstehen sowie die Motivation Susannes und der RAF-Terroristen zu erfassen, verursachte emotionale Ausnahmesituationen. Dadurch kam das Projekt immer wieder zum Stocken. Das gab den Beteiligten Zeit, ihre Mitwirkung zu überdenken - aber auch sich umso differenzierter mit der Tat und ihren Folgen auseinanderzusetzen. Bis heute ist der Umgang mit Susanne und ihrer Tat für die Familienangehörigen schwierig bis unmöglich.
Themenabend "Rätsel RAF-Terror" - Stichtag: 40 Jahre Anti-Terror-Gesetze.
phoenix-Themenabend anlässlich der Verabschiedung des "Anti-Terror-Gesetzes" durch den Bundestag am 24.06.1976.
Über 30 Jahre hielt der Terror der Roten Armee Fraktion Deutschland in Atem. Die meisten Attentate wurden nie aufgeklärt, die Täter nie belangt. Rätsel RAF-Terror: Welche Rolle spielten die Geheimdienste? Wie funktionierten die geheimen Codes der Terroristen? Worauf gründete der Mythos Stammheim?
Was vor 48 Jahren mit den Brandanschlägen auf Kaufhäuser in Frankfurt/Main begann und mehr als 30 Menschenleben forderte, ist heute offenbar noch immer nicht zu Ende: die Gewalt der Roten Armee Fraktion (RAF). Zwar hat die selbsternannte Stadtguerilla 1998 ihre Selbstauflösung verkündet. Doch bei mehreren Überfällen auf Geldtransporter entdeckten Ermittler im vergangenen Jahr Spuren von immer noch flüchtigen RAF-Mitgliedern der sogenannten dritten Generation.
2016 jähren sich zahlreiche Stichtage aus der Geschichte der Linksterroristen – aus diesem Anlass befasst sich phoenix in einem Programmschwerpunkt das ganze Jahr über mit dem "Rätsel RAF-Terror".
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 25.06.2016 um 02:00 Uhr auf Phoenix.