Seine Songs "Moon River", "Days of Wine and Roses" oder das "Pink Panther"-Thema haben ihn weltbekannt gemacht: Henry Mancini (1924-1994) ist mit mehr als 30 Millionen verkaufter Schallplatten, rund 20 "Grammy"-Awards, 18 "Oscar"-Nominierungen und 4 "Oscar"-Auszeichnungen auch heute noch der wohl populärste und erfolgreichste Filmkomponist. Sechs Jahre arbeitete er im Music Departement von Universal, komponierte Musiken für Horror- und Science-Fiction-Filme und schrieb dort die Arrangements zur "Glenn-Miller-" und "Benny-Goodman-Story".Mit seiner Musik zur TV-Serie "Peter Gunn" leitete er 1958 eine neue Ära der Filmmusik ein.
Henry Mancini, der vom Jazz herkam, amerikanisierte das Film-Scoring, das bislang stark von europäischen Komponisten wie Korngold, Max Steiner, Franz Waxman, Dimitri Tiomkin und Miklos Rozsa beeinflusst war. Er nutzte moderne Aufnahmetechniken, erfand neue Orchestrierungen, entwickelte das Song Score und einen frischen, zeitgemäßen Sound für die verschiedensten Filmgenres - vom Thriller über das Musical, von der Komödie und dem Melodram bis hin zum Western und Space-Abenteuer. Mancini: "Ich glaube nicht an die Theorie, wonach man Musik im Film gar nicht wahrnehmen darf. Sie muss, da wo sie hingehört, auch bemerkt werden." Der Titel von Mancinis Autobiographie lautet denn auch: "Did They Mention The Music?".
Mit "Peter Gunn" begann Mancinis große Hollywood-Karriere und seine Karriere als erfolgreicher Konzertvirtuose und Dirigent. Bis zu seinem allzu frühen Tode am 14. Juni 1994 - er wurde nur 70 Jahre alt - hat Henry Mancini die Musik zu etwa 100 Spielfilmen und TV-Serien komponiert, für Regisseure wie Orson Welles, Howard Hawks, Stanley Donen und - immer wieder - Blake Edwards.
Das Porträt von Jörg Bundschuh erinnert an Mancinis wichtigste Filmmusiken: "Touch of Evil", "Peter Gunn", "Hatari", "Breakfast at Tiffany's", "Charade", "Arabesque" und "Victor/Victoria". Neben Mancini, der auch bei Orchesterproben in London zu sehen ist, kommen Kollegen und Weggefährten zu Wort wie Hans Salter, Stanley Donen und natürlich Blake Edwards, der in 30 gemeinsamen Arbeitsjahren allein 26 seiner 38 Spielfilme mit Henry Mancini als Komponist realisierte. Fast 10 Jahre nach dem Tod seines Freundes "Hank" Mancini erhielt Blake Edwards im Februar 2004 endlich selbst seinen wohlverdienten "Oscar": einen Ehren-"Oscar" für sein umfangreiches Lebenswerk.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 05.07.2016 um 23:50 Uhr auf WDR.