Meeresbiologe und Tierfilmer Florian Graner ist schon fast überall auf der Welt getaucht, doch nur mit wenigen Orten verbindet ihn eine so persönliche Geschichte wie mit Helgoland, Deutschlands einziger Hochseeinsel. Eine halbe Million Touristen zieht es jährlich hierher, aber nur wenige wissen, dass sie auf einem Naturwunder spazieren gehen.
Florian Graner kam als Zivildienstleistender nach Helgoland und lernte die Insulaner - Menschen und Tiere - kennen und schätzen. Für diesen Film von Holger Vogt kehrt er auf "seine" Insel zurück und ist überrascht, wie sehr sich die Natur verändert hat. Schon sein erster Besuch auf der Helgoländer Düne zeigt: Annähernd 80 Kegelrobben liegen mit ihrem Nachwuchs am winterlichen Strand; früher sah Florian die "großen Verwandten" der Seehunde hier nur vereinzelt, Kegelrobben waren in der deutschen Nordsee äußerst selten.
Die Robben sind nicht die Einzigen, die Helgoland für sich neu entdeckt haben: In den steilen Klippen nisten neben Lummen und Alken seit Anfang der 1990er-Jahre Basstölpel, Hochseevögel, die in Deutschland nur hier vorkommen. Offensichtlich sind auch die Veränderungen um Helgoland herum - das Wasser der Nordsee wird immer wärmer. Auf Tauchgängen entdeckt Florian Graner zahlreiche exotische Tierarten wie Streifenbarben und Meeräschen, stößt aber auch auf inzwischen selten gewordene, ursprüngliche "Helgoländer" wie Hai und Hummer.
Ein eindrucksvolles Porträt von Holger Vogt über Deutschlands Hochseeinsel, die inmitten der Nordsee stetigen Veränderungen unterworfen ist.
Produktion: Wolfgang Kramer\nAutor: Holger Vogt\nRegie: Holger Vogt\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 04.07.2016 um 11:30 Uhr auf NDR.